
WENN GRAFFITI ERWACHSEN WIRD.
Ob die Damen und Herren Graffiti- und Streetartists im hier vorgestellten Ausstellungskatalog mit den Jahren tatsächlich keinen Deut klüger geworden sind? Wir möchten das hier offensiv bezweifeln. Denn wer sich aus mit Dosengeklöter untermalten, nächtlichen Straßenszenerien ins Museum malt und von temporären Kunstwerken an Häuserwänden und Zügen zu bis zu fünstellig dotierten Exponaten kommt – bei dem darf man durchaus von einem Reifeprozess sprechen, ohne dies in irgendeiner Form negativ zu behaften.

Wie man in Würde älter wird, seinen Wurzeln treu bleibt und trotzdem klare künstlerische Weiterentwicklung erkennen lässt, dürfen wir erleichtert anhand des im September erscheinenden Ausstellungskataloges „Still on and non the wiser“ erkennen. Eine facttenreiche Auswahl von Werken der elf internationalen Graffiti- und Streetartkünstlern wurden 2007 im Von-der-Heydt-Mueseum“ im Wu-Tal a.k.a. Wuppertal gezeigt, organisiert von Rik Reinking, seines Zeichens Kunstsammler mit einem respektablen Repertoire von Graffiti und Streetartwerken.

Mit Tasek, DAIM, Tilt über Os Gemeos, Daniel Man bishin zu Miss Van seien nur einige Namen der renommierten Künstler dieser Veröffentlichung genannt. In Anlehnung an das blackbook (des Writers graphisches Poesiealbum) kommt der Kataolog im schlichten mattschwarzen Cover daher und setzt optische und haptische Highlights durch partielle Beschichtung von Spotlack, die sich stilvoll wiederkehrend durch die 144 Seiten zieht.

Textlich besteht man darauf, auch das intellektuelle Potential Szeneangehöriger in wissenschaftlicher Aufmachung zu vermitteln und es wird klargestellt: man kennt Duchamps, widerspicht Baudrilliard und ermahnt durch die Blume, dass Streetart und Graffiti nun endlich ihren Platz in der Kunstgeschichte verdient haben. Diese Veröffentlichung des Publikat Verlages trägt zur Glaubwürdigkeit dieser Forderung bei.
www.publikat.de
erhältlich bei
www.stylefile.de
Text > Nada Carls