Mooskunst für die Straße | Edina Tokodi
August 29, 2008 · Print This Article

Natur, so eine urbane Wahrheit, kennt der Städter nur als adrett beschnittenen Straßenbaum oder Pesto auf der Pasta. Verirrt man sich ins Umland, wünscht man sich aus dieser grün wuchernden Realitätssimulation schnell in die urbane, reale Heimat zurück. Erst ist Ordnung, dann Chaos, erst Kultur, dann Natur. Was eben auch heißt: Beton wächst nicht und bleibt damit clean und überschaubar.

Edina Tokodis Moos-Street-Art, die als lebendige, botanische Graffiti in Form von Moos-Häschen und -Hirschen an Häuserwänden auftaucht, Schornsteine und Poller überzieht oder diskret in U- Bahnwagen wuchert, ist ein echter Affront. Da wird die Stadt wohl inszeniert, aber völlig deplatziert und unerwartet, von pflanzlicher Lebendig- keit zurück erobert. Mal niedlich, mal eher als Geschwür, kehrt diese Street-Art die urbanen Simulakren mit Ironie oder Grusel – zack! – einfach wieder um. Einfach und einfach großartig. Und ein bisschen plüschig ist es auch.

Auf ihrer Webseite präsentiert die Ungarin, die in Brooklyn, New York lebt, nun auch neue Arbeiten
– mit Gras www.mosstika.com

Text > Christiane Hitzemann
Alle Fotos > Edina Tokodi
Das könnte dich auch interessieren
- Green Portrait of a Lady
- Die Stadt | Nicht nur am Ostkreuz
- Mural Art | Off the Wall
- Stille Landschaften | Malerei, Foto, Video
- „Bilder-Erosie“




Mosskunst macht ja auch Anna Garforth. Und ein Rezept für Moos Graffiti gibts von Helen Nodding. Einen Blog zum oben so schön beschriebenen Thema “Da wird die Stadt wohl inszeniert, aber völlig deplatziert und unerwartet, von pflanzlicher Lebendig- keit zurück erobert.” gibt es auch Beton + Garten mit einem kleinen Printmagazin zum Mitmachen.
[...] EDINA TOKODI/JÓZSEF VÁLYI-TÓTH MOSSTIKA URBAN GREENERY press NEWS PROJECTS IN OUT OTHER ABOUT PRESS Paper Online contact ONLINE Mooskunst – Stylemag Berlin [...]