
Ein ganzes Studio für sich alleine! Denn im Reality Studio ist kein Kollektiv am Werk, wie man vermuten könnte, sondern – bisher zumindest – eine Einzelperson, namentlich: Svenja Specht. Der Specht, besser: die Spezie des Buntspechts, könnte die studierte Mode- und Produktdesignerin zu ihrer aktuellen Kollektion inspiriert haben, denn dessen Gefieder setzt sich aus Schwarz- Anthrazit-, Weiß- und Rottönen zusammen, doch es gesellen sich zudem noch Lila, Beige und Petrol hinzu und die Thematik mutet gleichermaßen asiatisch inspiriert an. Das wiederum liegt nicht nur an der Wahl des Models, die Gründe hierfür erschließen sich aus der Biografie der Modemacherin: Drei Jahre hat Svenja Specht in Beijing gelebt, ihre Schwägerin ist Chinesin und ihr Lebenspartner japanischer Herkunft.

Die Entwürfe der Herbst-Winter-Kollektion, das origamihaft-eckige in der Schnittführung, das auf eine lose, dem Körper Raum gebende Silhouette trifft, verweisen auf japanische Avantgardemode im besten Sinne, ohne Klischees zu visualisieren. Von Fernreisen abgesehen, zieht die in Berlin ansässige Desgnerin ihre Inspiration natürlich auch aus der namensgebenden Realität. Aus den täglichen Dingen, die uns umgeben, Momenten und Situationen die das Leben leiten. Wie zum Beispiel Gespräche – immerhin heißt die aktuelle Kollektion „Conversation“, was aber auch im Sinne eines Dialoges zwischen Träger und Kleidung zu verstehen ist, denn die Variabilität einiger Entwürfe fordert den Träger zur Interaktion mit dem Kleidungsstück auf. Im Jahr 2005 ist das Studio der Realität in die Wirklichkeit eingetreten und soll in Zukunft weiter wachsen, auf dass es zu Interaktion und Konversation in einem großen Studio mit schöner Aussicht und einem tollen Team kommt, so die Vision der Modemacherin, und aus Gedankenskizzen weiterhin reale Kleider werden.
Text > Nina Trippel

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