Jeff Koons in the ease
October 30, 2008 · Print This Article

„Art is information in advance.“ Na, wer sagt so kluge Sachen? Es ist der Herr Koons aus New York, Gebieter über einen mittelständischen Betrieb mit 90 Angestellten, die für ihn malen, bauen, entwerfen, veredeln, beglänzen, verchromen, machen und tun. Von Porno inzwischen weit entfernt, bleibt er immer noch an der Oberfläche – und dafür kann man ihm nur danken. Auch dass er unbeirrt die immergleich doofen Journalistenfragen, warum er denn nicht mal in der Tiefe schürfe, mit Sanft- und Gleichmut unbeantwortet lässt.

Die unerträgliche Leichtigkeit des Shines, die Koons immer wieder in den Raum wirft, diesmal in die Neue Nationalgalerie Berlin, konterkariert die investigative Bodenlosigkeit mit blanker Reflexion. Elf Großskulpturen aus der Serie „Celebrations“ widerspiegeln nicht nur das Besucherinteresse, sondern auch die Fastunmöglichkeit, in der oberen Halle der Neuen Nationalgalerie auszustellen.

Die Lichtverhältnisse sind schwierig, hell von der Seite, dunkel von oben, die Größe schluckt alles erstmal, um es dann schlecht verdaut wieder auszuspucken. Koons’ Skulpturen reagieren auf unerwartete Weise – die sonst funkelnden, die Helle reflektierenden Plastiken wirken plötzlich fast düster und verweisen auf eine weitere Oberfläche, etwas tiefer unten.
Text > CH
Jeff Koons, „Celebration“
Neue Nationalgalerie
Berlin-Tiergarten
31.10.2008 – 08.02.2009
www.kultdeskuenstlers.de


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