Mural Art | Off the Wall

January 10, 2009 · Print This Article

reviews_book_muralart_03.jpg

Generell geht man nicht davon aus, dass Griechenland ein heißer Tipp in Sachen „Street Art Knowledge“ sein könnte, doch im Zeitalter der Post-Globalisierung lassen wir uns gerne eines Besseren belehren: Kiriakos Iosifidis, Gründer des Graffitimagazins  „Carpe Diem“ hat das erste genreübergreifende  Nachschlagewerk für Wandmalerei im öffentlichen Raum kuratiert.

reviews_book_muralart_cover.jpg

In „Mural Art – Murals on Huge Public Surfaces Around the World“ werden völlig schubladenfrei über 100 weltweit bedeutende Künstler, Crews und Institutionen mit ihren überlebensgroßen Werken aus den Bereichen Street Art, Graffiti und Trompe-l’œils vorgestellt. Auch wenn Letztgenanntes wie ein begriffliches Kuckucksei zwischen den (art-)verwandten Termini Graffiti und Street Art klingt, so gehören alle drei als „Murals“ zur familiären Gattung. Denn letztlich geht es hier um eine Abbildung dessen, was in urbanen Ballungszentren nach wie vor als dumpfer Vandalismus verschrien, aber letztlich immer wieder ein Beitrag zur Wiederbelebung manch toter, grauer Betonwand und deren Umgebung ist. Wenn auch die Auswahl der Künstler subjektiv ist und der eine oder andere Fan seinen Lieblings-Künstler auf den 270 Seiten nicht wiederfindet, so sei es Iosifidis verziehen, denn seine Selektion lässt über die Vielfalt der globalen Styles und Skills staunen und stellt den einen oder anderen bisher unbekannten Artist vor.

reviews_book_muralart_04.jpg
Cern (with Norm, Space, Names, Ewok, Siloette, ope2) New York, 2005

Mit The London Police (NL), Belin (E), Blu (IT), Sca Crew (JP), Rami Meiri (IL), Kodney Monk (AU), Woozy (GR), Retna (USA) Os Gêmeos (BR), Loomit (DE) und Faith47 (ZA) seien hier nur einige großen Namen als Vorgeschmack genannt. Alphabetisch geordnet, mit kurzen Infos auf Englisch (teils griechisch übersetzt!)  zur Selbstdarstellung aller Crews und Künstler sowie Kontaktdaten im Anhang unterscheidet sich „Mural Art“ von anderen Katalogen oder Bildbänden der vorgestellten Genres. Die Faszination der bunten Wände in tristen Städten will Initiator Iosifidis  fördern, weiter vernetzen und auf den kreativen Nachwuchs übertragen, denn „Mural Art“ soll einmal in jeder griechischen Schulbibliothek zu finden sein..

Erstes Bild > Dominique Antony: Hossegor/France

Kiriakos Iosifidis: Mural Art
Murals on Huge public surfaces around the world. From Graffiti to Trompe-l’œils
Publikat Verlag
www.publikat.de


Text > Nada Carls

Das könnte dich auch interessieren

  1. Working The Wall
  2. Living on the Wall
  3. Mooskunst für die Straße | Edina Tokodi

1. Diesen Artikel auf Twitter posten!

Comments

Got something to say?