Animal Collective

Februar 12, 2009 · Print This Article

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“Wir singen Körper elektrisch.”

Optische Illusionen, die Empfindung von Wasser, Musik als sonisches Environment? Da strömen Begriffsfelder über den Atlantik, als würden Tagesordnungspunkte einer Haight-Ashbury-Seance verlesen. Doch wir haben 2008, und am anderen Ende der Satellitenleitung sitzt Avey Tare, Mitglied des Animal Collective. Mit „Merryweather And The Post Pavilion“ ist es der Band endlich gelungen, die Magie ihrer Konzerte ins Studio zu holen und dem derzeitigen Hippie-Revival die Krone aufzusetzen. Ein Lovesong über den Puls der Natur, ein LED-Gewitter der organischen Vibes, und alles ohne Ironie: „Direkte Emotion hat unsere Lyrics schon immer inspiriert. Dieses Mal haben wir die Vocals mehr arrangiert und insgesamt dichter gemacht“.

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Verblüffend, dass solch schräge, progressive und konsequent elektronische Musik dermaßen abräumen kann: jubelnde Kritiker und Heerscharen entrückter Fans, eine seltene Allianz. Unbeeindruckt von dem Wirbel ziehen Animal Collective ihre Bahn, mixen den Gospel mit technischem Pragmatismus – „Die Bassfrequenzen sind dieses Mal linearer und mehr im Vordergrund“ – und schöpfen aus dem Pool ihrer persönlichen Chemie. „Wir sind alte Freunde, es ist immer etwas besonderes, wenn wir zusammen Musik machen. Inzwischen leben wir ja auf mehreren Kontinenten“. Euphorischer Gesang trägt das Album, zähmt wilde Experimentierfreude ins Popformat. In „Brothersport“, dem letzten Song, fliegt die kunterbunte Arche dann nach Afrika. Die Frage nach jener noblen englischen Band, die sich in vielen Momenten als Referenz für Animal Collective geradezu aufdrängt, XTC nämlich, wird am anderen Ende der Leitung eher verschnupft aufgenommen: „Von denen habe ich gehört. Fans waren wir nie“. Vielleicht wollen sie ja den Beach Boys an den Kragen, oder gar „What‘s going on“ von Marvin Gaye? Eines steht fest: Animal Collective haben ihr bis dato bestes Album gemacht. Dies ist Musik für die jungen / junggebliebenen Optimisten unserer Zeit. Wer wollte nicht zu diesem Tribe gehören?

„Marryweather And The Post Pavillon“ auf Domino Records / Rough Trade

http://www.myspace.com/animalcollectivetheband

Text > Hendrik Kröz

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