Ida Sjöstedt | Wider die nordische Kühle
Juni 26, 2009 · Print This Article

Die Arbeiten der Schwedin Ida Sjöstedt stechen eindeutig aus der recht gleichförmigen skandinavischen Modeszene hervor. Mit ihrem Ansatz, sich modischer Klischees zu bedienen, zu ironisieren und trotzdem elegante Entwürfe zu schneidern, definiert sie das skandinavische Konzept der Tragbarkeit neu. Sie fügt eine graziöse, teils stilisierte Facette hinzu, die man sonst selten im Norden findet. Avantgarde, aber feminin und anmutig.
Ihre aktuelle Winterkollektion vereint alle Aspekte dieses wohl durchdachten Ida-Kosmos. Weil in Schweden alles sofort als Kitsch gebrandmarkt wird, was durch Pink, Rüschen und andere stereotyp weiblichen Referenzen auffällt, balanciert die 38-Jährige zwischen Schönheit und Kitsch.
Wie elegante Heroinen wirken die Models in hochgeschlossenen Rollkragenshirts, an deren Armen Sjöstedt zusätzlich Stoff in Form eines Capes appliziert, wie kleine Mädchen jene, die sie in bedruckte Sweatshirts zu kurzen Volantröcken aus Fell steckt. Die 1960er-Jahre-Referenz der Sanduhrmäntel durchkreuzt sie mit Disco-Glam-Pailletten-Leggins, die groben Silhouetten lässt sie mit sinnlichen Details aus Fell, Samt oder Spitze kollidieren, und die weiten Hosen und puristischen Wickelkleider sind androgyn und weiblich zugleich.
Autor > Julia Christian
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