Pegasus 89 “Berlin”

November 16, 2009 · Print This Article

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Lange wurde die Saga um den Nike Air Pegasus 89 „Berlin“ geheim gehalten, bis man schließlich die ersten, vollständigen Bilder im World Wide Web betrachten konnte. Wer Glück hatte, konnte den Release letzte Woche in der Hauptstadt gebührend mitfeiern. Der Schuh präsentiert Berlin und an feinen Details wie die Concrete-Struktur des Swoosh oder
den violetten Highlights lässt sich Historie lesen. Wir haben uns mit den Designern von Brand New History über den Mauerfall, den Geschmack von Vanilleeis und natürlich Sneaker-Design unterhalten:

Gebt uns einen kleinen Einblick, was die Brand New History ist, wer dahinter steckt und wo euer Aufgabenfeld liegt?
BNH setzt sich vornehmlich aus Sascha Minde (ex-Radio, ex-blackjune) und Sven Fortmann (Lodown) zusammen, ergänzt von einer Handvoll internationaler, freier Mitarbeiter. Auch wenn wir das Wort hassen wie die Pest, trifft es der Begriff „Kreativagentur“ wohl am besten… Wir entwickeln Konzepte und Ideen – mit Schwerpunkt auf Street Culture, Musik und Fashion/Sports – und dekodieren diese durch eine eigene visuelle Handschrift, die mal als T-Shirt-Grafik, mal als 450kg schweres Kunstobjekt oder auch als simpler Slogan daherkommen kann. Im nächsten Jahr soll neben dem Grafik-Department, dann der Spagat Richtung Clothing Brand und Gallery vollzogen werden. Stay tuned.

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Bitte erklärt uns das Konzept des Nike Air Pegasus 89 Berlin?

Es ging uns hauptsächlich darum, einen Schuh zu entwerfen, der die Stimmung und den Zeitgeist von 1989 widerspiegelt, aber eben auch den Brückenschlag zwischen retro und modernem Look vollzieht. Durch den Material-Mix und die Farbgebung ist uns das hoffentlich gelungen. Wenn man sich den Schuh anschaut und sagt: „Yep, da steckt’n Stück Berlin drin“, haben wir unser Ziel erreicht.

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Was war euch bei der Umsetzung des Schuhs am wichtigsten?
Dass einen das Thema nicht gleich anspringt, sondern eher subtil um die Ecke biegt. Das spiegelt sich natürlich auch in der Farbgebung wieder: Schwarz und diverse Grautöne, mit einem kräftigen Violett als Schmuckfarbe. Kein Neonwahnsinn, kein Schwarzrotgold. Generell war uns ein eher intellektueller Ansatz wichtiger, als den Mauerspecht von der roten Liste der bedrohten Arten zu holen… Ein Konzept, das wir glücklicherweise auch im Nike Spiritroom (Anm. d. R. Creative Space von Nike Sportswear) durchdeklinieren konnten.

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Was verbindet euch persönlich mit 20 Jahren Subkultur in Berlin?
Na ja, man ist halt hier aufgewachsen und hat es irgendwann geschafft seinen juvenilen Leidenschaften einen professionellen Anstrich zu verleihen. Sascha war jahrelang in der Berliner Skateszene aktiv, ich in der Clubblase, gemeinsam sozialisiert wurden wir durch Hip-Hop, Punk und Street Art (noch so’n schlimmer Terminus). Uns verbindet mit 20 Jahren Berliner Subkultur, dass wir diese aktiv mitgestaltet haben – und es immer noch tut, anstatt sich an ihr wie ein Tourist einfach nur blind zu bedienen.

Wo wart ihr am 9.November 1989? Wie habt ihr diesen Tag empfunden?

Sven: Um ganz ehrlich zu sein habe ich das Ganze damals über’s Fernsehen in der Wohnung meiner Freundin mitbekommen. Sie hat in einer Seitenstraße des Kudamms gewohnt und innerhalb von ein, zwei Stunden musste man das Treiben gar nicht mehr am Fernseher verfolgen, sondern einfach nur auf den Balkon gehen, um sich die volle Packung Wiedervereinigung abzuholen. Es hat einige Zeit gedauert, bis mir die Tragweite dieses Ereignisses bewusst wurde bzw. bis ich daraus persönliche, positive Schlüsse ziehen konnte… Ich habe es als Kind gehasst, Oma im Osten besuchen zu müssen. Da war’s grau, das Vanilleeis schmeckte nach alten Zeitungen und es roch merkwürdig.
Sascha: Ich habe das ganze, obwohl ich ja in West-Berlin mittendrin war, eher als „weit weg“ empfunden. Erst nach und nach hat man begriffen was da nun wirklich, und vor allem mit welchen weltpolitischen Ausmaßen, passiert war. 1989 war ein Jahr, in dem mich der Osten noch nicht interessiert hat. Ein paar Jahre später allerdings, wurde Ost-Berlin zu einer wunderbaren Spielwiese.

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Was erwartet uns in Zukunft von BNH?
In der jüngsten Vergangenheit haben wir bereits Bücher gestaltet, unzählige T-Shirt-Grafiken entworfen und Musikern neue Corporate Identities gegeben… Das darf natürlich gern so weiter gehen, wichtig ist jedoch, dass wir neben dem ganzen Corporate Business nicht vergessen, uns Zeit für nicht-kommerzielle Arbeiten zu nehmen. Urlaub gibt’s dann im nächsten Leben.

www.brandnewhistory.net

www.nikesportswear.com/berlin

In Berlin ist der Schuh bei folgenden Läden erhältlich: Overkill (www.overkill.de), HHV (www.hhv.de) oder bei LeGang im Prenzlauer Berg.

Interview: Marcus Ludwig

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Comments

One Response to “Pegasus 89 “Berlin””

  1. Nike Air Pegasus 89 x Berlin | atHadi on November 18th, 2009 17:55

    [...] Für mich persönlich das letzte Pflichtpaar für dieses Jahr. Für alle Interessierten gibt es bei stylemag.net ein Interview, das mit den Designern dieser Sneakergefürht wurde. Außerdem gibt es noch ein paar [...]

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