MIKKEL MEYER | Bacon
November 20, 2009 · Print This Article

Mikkel Meyer kommt aus Dänemark und macht neuerdings Dubstep. Nach ein paar Jahren in London hat er seine verjazzte Frickelelektronik an den Nagel gehängt, Gott seis gelobt. Denn nichts steht einem in die Jahre kommenden Genre besser zu Gesicht, als eine fremde und dann hoffentlich auch entsprechend frische Sichtweise, ein andersartiger Produktionsprozess, eine differente Logik vielleicht, beim Schichten und Setzen der Flächen und Punkte.
Mikkels Dubstepvariation ist eine ordentliche. Die Tracks machen vordergründig genau was sie sollen, bewegen sich in 140bpm einem schweren Bass entgegen und klingen doch aufgeräumter, exakter als ihre britischen Vorbilder. Wohldosiert, selbst wenn sich Mikkel dem Frickel nicht versagen kann. Und lassen sich in ihrem Europäisch-sein kaum einordnen, nähern sich weder einem Ramadanman noch einem Kode 9 wirklich an, auch wenn das Referenzkarussell mal hier, mal da anhält und neue Passagiere aufnimmt. Die Stimmen von Non, dem Shadowhuntaz Glitch-Hopper und den tanzanianischen MCs Chidi Benz und Lufu addieren Erdigkeit und Wärme, erinnern kurz an einen nüchterneren Roots Manuva, ohne den metallenen Hintergrund ganz verdecken zu können. Eine äusserst hörenswertes Album, ob Dubstep-Fan oder nicht.
Mikkel Meyer
“Bacon”
Statler & Waldorf
www.myspace.com/mikkelmeyer
http://mikkelmeyer.dk
Autor > ad
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