
Esther Perbandts neue Kollektion zielt auf Bewusstseinserweiterung. Monochrom gestylt, in Schwarz, Asphalt, Mauve und Rehbraun gehalten, schwebten ihre Entwürfe gestern an Esther-Lookalikes über den Laufsteg im Projectroom. So sorgten futuristische Klänge und wabernde Visuals an den Wänden für eine produktive Atmosphäre modetechnischer Konspiration, in der die wohldurchdachte Kollektion in einer Mischung aus klassischem Catwalk und Performance zelebriert werden konnte.
Eröffnet wurde die Show mit einem asphaltfarbenen Abendkleid, das von durchsichtigen Plastikschablone mit geometrischen Formen umspielt wurde und durch panzerartig gezackte, kurze Ärmel an filmische Science-Fiction-Experimente à la Metropolis erinnerte. Ein beeindruckendes erstes Outfit also, das hohe Erwartungen schürte, die nicht enttäuscht werden sollten.
Perbandt setzte auf einen gekonnten Materialmix aus leichten Baumwollstoffen, Seide und Chiffon und konterkarierte diese durch Strick, Lederelemente und silberne Ketten, die in die Entwürfe eingearbeitet waren. So waberten auf Leggings und Kleidern kleine Kettenwürmer, die die Entwürfe eleganter und gleichsam experimenteller machten. Auch Accessoires wie voluminöse Halsketten aus einer Vielzahl dünner Lederbänder oder kleiner Stofffetzen, Armreifen und Handtaschen setzten Akzente dekadenter Zurückhaltung.

Esther Perbandt proklamierte in ihrer Kollektion eine produktive Balance zwischen zurückhaltendem Understatement und gekonnter Inszenierung weiblicher Reize mit Besonderheit und Nonchalance in jeder Faser, die im Anschluss an die Show, die mit begeisternder Sorglosigkeit zu den Tunes von DJ Terrible befeiert wurde.
www.estherperbandt.com
www.project-room.org
Fashion Fotos > Marcus Wöller
Party Fotos> TausB
Autor > Mareike Nieberding