
Die visuell exzentrischste, modetechnisch jüngste und besuchermäßig progessivste Veranstaltung der Woche fand am Donnerstag im HBC statt. Im ehemaligen Haus Ungarn debütierten die Designer Scouts mit einer Off-Veranstaltung im Staffellauf, die neben etablierten Berliner Designern wie Starstyling, JULIAANDBEN und A.D. Deertz auch talentierten Modesprösslingen wie Martin Niklas Wieser, Julie Eilenberger, Carni, VonBardonitz oder V!tor Raum und Zeit für gestalterische Präsenz gaben.

In sozialistischer Großraumidylle zeigten neun Labels sehr unterschiedliche Interpretationen des nächsten Winters: Starstyling setzte auf die kreischende Zusammenkunft von Discoglitzer und Orientalismus inszeniert mit gruseligen Masken und Heu als Accessoires. Martin Niklas Wieser´s monochrome Männerlooks bestehend aus voluminösen Capes, kastig geschnittenen Einteilern und Lederelementen umspielte eine Aura verhüllter Düsterkeit.

Dänin Julie Eilenberger druckte die Galaxis auf fließende Stoffe und damit auf die durchschimmernden Körper der Models und spielte mit verschiedenen Silhouetten, von denen besonders die akzentuiert runden Schultern raumgreifende Plakativität ausstrahlten.

Während am Bebelplatz also „Money makes the world go round“ aus scheinbar jeder Ecke geflüstert wurde, war der alternative Freigeist von .HBC Couture Balsam für die zunehmend kommerzialisierte Modeseele.

Bildcredit > Designer Scouts
Autor > Mareike Nieberding