Jerome D. Salinger | R.I.P.

Januar 29, 2010 · Print This Article

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Seine Entscheidung zur Selbstentsagung ist fast schöner als sein, einziges, Buch. Jerome D. Salinger, der jetzt im Alter von 91 Jahren gestorben ist, hat sich auf den Lorbeeren seines Romans „The Catcher in the Rye“ sozusagen ausgeruht, noch ein paar Kurzgeschichten geschrieben um sich dann Mitte der Sechziger für immer in die Abgeschiedenheit eines Kaffs in New Hampshire zurückzuziehen. Dreißig Jahre verweigerte er sich den Journalisten, den Verlagen und seines Publikums, das nach neuem Stoff des hochgelobten Jahrhundertautors rief. Während sein Fänger im Roggen schnell zur Schullektüre verkam, die zig Millionen von Englisch-Schülern rund um den Erdball lesen mussten (wofür Holden Caulfield vermutlich in seinem Grab rotiert), pflegte Salinger die Antikommunikation und schrieb, wie er dann doch einmal verlauten ließ, nur noch für sich selbst. Für soviel Anarchie und spröden Nonkonformismus sollte man ihn jetzt doch noch mal aus dem Regal ziehen.

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