Everlong | Nike AW77 Hoody
February 2, 2010 · Print This Article

„Wie kann ich das hochwertigste Sweatshirt aller Zeiten entwickeln?“ fragte sich Devon Burt, Global Design Director von Nike, als er mit der Arbeit an dem AW77 Hoody begann. Für die Lösung aktivierte das NSW-Designteam nicht bloß die rechte Gehirnhälfte, um den Hoody optisch zeitlos zu gestalten, sondern unternahm Reisen in die Vergangenheit, in die Zukunft und nach Japan.

Im Jahr 1977 entdeckten sie „Athletics West“ (AW77), den ersten finanziell geförderten Leichtathletik-Club aus Eugene, Oregon in den USA. Während der 1980er Jahre, diente die Vereinigung als „Labor“ zum Testen der damals noch unberührten Nike-Produkte. Als Zielobjekt bot sich der zur Standardausrüstung der Athletics West-Mitglieder gehörige, hellgrau melierte Hoody mit langem Reißverschluss an. Das Klassischste aller Trainingsoberteile war perfektes Objekt für die „hochwertigste-Sweatshirt-aller-Zeiten-Realisierung“.

In Richtung Zukunft recherchierte das Designteam von Nike nach neuen Bekleidungstechniken und stieß erneut auf Altes. Nicht im Nike-Archiv, sondern etwas östlicher. In Japan sitzt die Firma „Loopwheeler“, ein Fleecehersteller, der seine Stoffe auf teilweise 80 Jahre alten Maschinen (Loopwheels) herstellt. Eine Maschine produziert pro Tag zwölf Meter Stoff, was acht Sweatshirts entspricht. Durch das langsame Tempo bleibt dem Garn eine Überspannung erspart, es bleibt locker und die Baumwolle weich. In einer anderen Fabrik werden die Zuschnitte dann auf Flachnaht-Nähmaschinen weiterverarbeitet, die mit vier sehr eng aneinanderliegenden Stichen die Einzelteile verbindet. Nach dem Besitzer „Loopwheels“, Suzuki-san, eine Art der Herstellung für „zukünftige Klassiker“.

Ebenfalls ein Obligat seines Genres, diente DIE Lederbikerjacke der Fifties, als Ideenschimmer für DEN customized by Style and the Family Tunes-Hoody. Und nicht genug der positiv konnotierten Keywords, legen wir jetzt noch was Passendes oben drauf: die Rock’n’Roll-Version des Klassikers –nun ein Unikat, welches wir zu gerne an einem joggenden Elvis oder bikenden James Dean gesehen hätten…

Fotos > Florian Schwarz / www.florian-schwarz.net
concept und produktion > cathy boom
styling > Kathrin Schäfer / ks@stylemag.net
model > Leonard Kreysig / www.seedsmodels.com
Text > Kathrin Schäfer
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