Nackte Waren fürs reine Gewissen

Februar 4, 2010 · Print This Article

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Fairtrade, recycled, bio, regional angebaut, saisonal. So oder ähnlich schmücken sich Produkte in Bio-Läden, Reformhäusern oder Märkten und versuchen das schlechte Umwelt-Gewissen ihrer Kunden zu mildern. Für viele Käufer sind die Packungen dieser Öko-Produkte trotzdem zu groß, im Verhältnis zum Inhalt sowieso. So gibt das schlechte Gewissen auch nach dem ökologisch bewussten Einkauf, wenn Verpackungsmaterial und Essensreste ihren Weg in den Müllcontainer finden, keine Ruhe. Essensverschwendung, denken wir dann, und Pappkartons führen zu vermehrter Müllverbrennung, die wiederum zu Luftverschmutzung und Klimaerwärmung. Catherine Conway hatte die Gewissensbisse satt, sie wollte Produkte „nackt“ anbieten. Mit ihrer Idee zog sie auf den Londoner Exmouth Market und eröffnete kurze Zeit später 2007 in Islington ihr Geschäft „Unpackaged“: keine Verpackungen, kein schlechtes Gewissen.

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Das Prinzip ist einfach: Behälter mitbringen, Waren einfüllen, wiegen, bezahlen, fertig. Ist der Behälter schwer, wird vorher gewogen und die Differenz abgezogen, ist der Einkauf spontan, liegen wieder verschließbare Tütchen für 50 Pence bereit.

„Unpackaged“ ist mehr als nur ein Marktstand mit eigener Hausnummer. Die Auswahl der angebotenen Produkte aus lokaler Herstellung oder Bio-Anbau lässt kaum Wünsche offen. An Brote reihen sich Muffins, Kuchen und Kekse, aus schlichten, schachbrettartig angeordneten Kisten strömt der Duft loser Gewürze, Kräuter und Tees. Und Gemüse, Obst und Vollwert-Waren rahmen dicht aneinander gedrängt die großen Fensterfronten ein. Dosierbar nach eigenem Ermessen, gibt es außerdem eine Fülle an Nüssen, Trockenfrüchten, Öl und Essig. Frische Milchprodukte jeder Art werden genauso wie Marmeladen und Aufstriche in wieder befüllbaren Behältern angeboten.

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Im Angebot finden sich frisch zubereitete Salate und „pasties“, für das vollwertige, ökologisch-bewusste Lunch der eiligen Londoner. Sogar Hygieneartikel und Reinigungsmittel – ebenso bio und unverpackt – sind Teil des Sortiments. Essensaktivismus gegen Kosten, Verschwendung und Umweltverschmutzung, bald auch mit Fahrradlieferservice.

beunpackaged.com

Autor >  Vanessa Schneider

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Comments

2 Responses to “Nackte Waren fürs reine Gewissen”

  1. Zophopas on Februar 4th, 2010 16:25

    Ich finde das super! Sowas sollte es bei uns auch geben. Energie sparen durch Verpackung sparen. Müll vermeiden nicht nur durch gezielten Einkauf sondern auch durch gezieltes Angebot. Fände ich schön, wenn diese umweltschonende, nachhaltige, ästhetische Idee auch in Österreich Einzug finden würde.

  2. Zophopas on Februar 4th, 2010 16:28

    Eine wunderschöne, und gute Idee. Energie sparen durch Verpackung sparen und Müllvermeiden, nicht nur durch überlegten Einkauf sondern auch durch wohüberlegtes Angebot. Wäre schön, wenn diese energiesparende, umweltfreundliche und ästhetische Lebensweise auch in Österreich Einzug finden würde.

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