Transmediale 2010 | Futurity Now!
February 8, 2010 · Print This Article

Das Haus der Kulturen der Welt wird in diesen Tagen zum Haus der medialen Künste und Kabel der Welt. Um die futuristischen Kubusse im Foyer wuseln die Transmediale Besucher auf der Suche nach Diskussionsrunden, Performances, Screenings und Vorträgen zum Thema: „Futurity Now!“

Unter dem diesjährigen Motto des Festivals werden neue Technologien und die digitale Gegenwart sozialkritisch reflektiert. Plakativ und eindrucksvoll etwa stellt die Ausstellung „Future Obscura“ Kunstwerke und Installationen aus, welche die Wirkung und Vergänglichkeit von Film- und Bildherstellung zeigen.

Ryoji Ikeda präsentiert mit „data.tron“, einer Projektion auf eine riesige Leinwand, ein bedrohliches, visuelles Datenmeer, das uns flimmernd und rauschend umgibt. Die „Paparazzi Bots“ von Ken Rinaldo, mit Sensoren ausgestattete Kameras auf rollenden Stativen, verfolgen die Besucher in Zickzackbewegungen und schießen sie unvermittelt mit Blitzlicht ab.

Vor kleinen Gruppen von acht bis zehn Leuten stellte auch Julius von Bismarck sein neues Werk „The Space beyond me“ vor: Mit einer rotierenden 16mm Kamera wird ein Film auf runde, phosphoreszierende Wände projiziert, die zweidimensionale, vergängliche Perspektive wird so in einen dreidimensionalen, virtuellen Raum transportiert. Der „Fulgurator“- Erfinder von Bismarck erklärte anschließend im Interview, dass der Regisseur, der Kameramann und alle Darsteller des spanischen Films bereits tot seien. Die Vergänglichkeit ließ sich schließlich auch an den Wänden beobachten, als die projizierten Bilder langsam blasser wurden und schließlich verschwanden, wie eine flüchtige Erinnerung.
Bilder + Text > stephanie beckmann
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