
Kunsthistoriker sind eigentlich geübt im Umgang mit pornografischem Material, auch wenn Barock und Rokoko meist hauchzarte Schleier über die Blößen warfen. Dass den amerikanischen Wissenschaftler und Kunstkritiker Arthur C. Danto, immerhin einer der wichtigsten Kunsthistoriker des 20. Jahrhunderts, ausgerechnet Robert Mapplethorpes Werk zu der Aussage verleiten ließ, es handele sich bei den Fotografien um „einige der schockierendsten – und gefährlichsten – Bilder der modernen Fotografie oder sogar der Kunstgeschichte“ muss andere Gründe haben, als dass auf den Bildern Nacktheit präsentiert wird.

Robert Mapplethorpe, „Patti Smith“, 1975 (c) Robert Mapplethorpe Foundation. Used by permission
Es war der direkte Angriff auf die Prüderie, der Mapplethorpe in den 1970er und 1980er Jahren so bekannt machte. Homosexualität, Sado-Maso, Zweideutigkeiten waren Themen des New Yorker Fotografen, der Porno und Kitsch zu einer neuen Gattung vermählte und heute, auch kunsthistorisch, über jeden Zweifel erhaben ist und zum Klassiker gereift. Mapplethorpe war ein Idealist – immer auf der Suche nach Perfektion, egal ob es sich um Patti, Penisse oder Papageientulpen handelte.

Robert Mapplethorpe, „Ajitto“, 1981 (c) Robert Mapplethorpe Foundation. Used by permission

Robert Mapplethorpe, „Parrot Tulips“, 1988 (c) Robert Mapplethorpe Foundation. Used by permission
Erstes Bild > Robert Mapplethorpe, „Self Portrait“, 1988 (c) Robert Mapplethorpe Foundation. Used by permission
Robert Mapplethorpe
NRW-Forum Kultur und Wirtschaft, Ehrenhof 2, Düsseldorf, noch bis zum 15. August 2010
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Text > mw