
Lange bevor das Programm der meisten Fernsehsender fast gänzlich aus Telenovelas, Talkshows und Talentwettbewerben bestand; in einer Zeit, in der man sich nachts noch nicht von ehemaligen „Big Brother“-Kandidaten anbrüllen lassen musste, deren Leben an einem halbrunden, roten Knopf namens „Hot Button“ zu hängen scheint, hatte das Medium Fernsehen noch eine sehr wichtige Aufgabe: Es diente Künstlern als Mittel der Interaktion und Objekt der Reflexion.

Werbeanzeige für TDK mit Andy Warhol, 1983
Andy Warhol war von dem schnellen, flächendeckenden Ruhm fasziniert, den das Fernsehen ermöglichte und produzierte mit „TV“ sogar seine eigene Serie, die in 42 Folgen auf einem noch Klingelton-werbefreien MTV zu sehen war. Andere Kreative wie John Lennon und Yoko Ono nutzten das Massenmedium Fernsehen zur Verbreitung ihrer künstlerisch-politischen Auffassungen.
Das Museum moderner Kunst der Stiftung Ludwig Wien zeigt ab heute die Ausstellung „Changing Channels“, die vorrangig Werke präsentiert, die den zunehmenden gesellschaftlichen Einfluss sowie die ökonomischen und technologischen Mechanismen des „Informationsträgers Television“ vor dem Beginn der rasanten Pluralisierung der Medienlandschaft zu Beginn der 80er Jahre zur Diskussion stellen.
Changing Channels – Kunst und Fernsehen 1963 – 1987
MUMOK Wien
05.03. – 06.06.2010
(Eröffnung heute, 19 h)
Erstes Bild > „Media Burn“: Performance von Ant Farm, 1975
Autor > Marcel Maciej