
Bisher sorgten die Jungs oder Mädels – so recht weiß das ja niemand – der New York/Berliner Kombo Notic Nastic vor allem mit ihren Live-Performances für Aufsehen: Auf spärlich beleuchteten Bühnen verdecken dabei in grellen Neon-Farben illuminierte Masken ihre Gesichter, während die charakteristische Kombination aus Beat-geladenem Elektro und den weichen, eher nach guter, alter Pop-Musik klingenden Vocals einer bisher erfolgreich anonymen Frontfrau das Publikum in Bewegung bringt. Oberste Prämisse hierbei: no face, no name. Die einzelnen Zahnräder der „Electronic Music Machine“, wie sich Notic Nastic selbst nennen, bleiben mit Absicht inkognito und verleihen den Shows auf diese Weise eine mysteriöse Aura, in deren wummernden Weiten sich fern von jedem Personenkult amüsiert werden darf. Oder wie die namenlose Sängerin zu sagen pflegt: „I wear a mask to let you know I am like you – always changing, always new.“.
Nun gibt es den unverwechselbaren Live-Sound erstmals in Form eines runden Studio-Silberlings zum heimischen Selbstauflegen. „It’s Dark But It’s Okay“, so der Name des Debut-Albums, beginnt mit der unmissverständlichen Arsch-hoch-Aufforderung „Let Go“, die den polternden Startschuss zu einer klug durchdachten und äußerst abwechslungsreichen Reise gibt, in 13 Tracks folgt. Entspannend unspektakuläre Stücke wie „Kids On Kitten“, „Whirpool Galaxy“ oder „Banana Hammock“, die ganz ohne Stimme auskommen, bilden dabei die immer wiederkehrende Leitlinie, an der sich die typischen Notic-Nastic-Bonbons entlanghangeln. „The Luckiest Pig In Albany“ ist eines dieser Bonbons, bei dem die Mischung aus hartem, progressivem Elektro-Mantel und weicher, zerfließender Vocal-Füllung bestens gelungen ist. Ebenso makellos und uneingeschränkt empfehlenswert: „Highend Weirdo“. Fette, packende Beats, die einen zum hemmungslosen und ungezwungenen Abzappeln zwingen. Stilles Geleit aus dem Nastic’schen Universum bildet schließlich der dahindämmernde, knapp zweiminütige „Fjord Escort“, der das facettenreiche Gesamtkonzept abrundet. “‘It’s Dark But It’s Okay’ tells a story about a girl as she grows up and changes a lot“, sagen die Phantome hinter den Masken selbst. Das Album soll uns zeigen, dass wir für 1000 unterschiedliche Personen 1000 verschiedene Charaktere verkörpern. Wie auch immer, der Sound ist mitreißend und nichts zum Nebenbeihören. Eine tanzbare Platte, die gefälligst bis zum Anschlag aufgedreht gehört!
Secret Life video

Autor > Marcel Maciej