Als Designer kann man Lösungen für Probleme bieten und schon wäre das Jobprofil ausgefüllt. Man kann darüber hinaus aber auch alle Produkte mit einer Metaebene aufladen, die sich nicht im bequemen Sitz oder in der formschönen Raumintegration äußert, sondern darin etwas mit den Gedanken seines Benutzers zu tun. Der Spanier Nacho Carbonell zeigte während seiner Soloshow im Gianfranco Ferré-Gebäude zur Möbelmesse in Mailand gerade wie man statt minimalen Formen und Geschmacksverfeinerung an ‚Fluchtmöbeln’ baut.
Alle Design-Skulpturen Carbonells besitzen diese Art zweite, gespenstische Identität. Seine Stühle und Tische sind inspiriert von den seltsamsten Formen der Natur – Kokons, Larven oder Insektenbauten und könnten gut einem Tim Burton Film entstammen. Organismen, die mit zusammengekniffenen Augen in einem fremden Urwald zum Leben erwachen und die mit der Fantasie seiner Besitzer kommunizieren.
Nacho Carbonell ist ein weiterer Absolvent der Eindhoven Akademie und die ausgestellte Diversity-Serie, die allesamt ein und dasselbe Formduo aus Stuhl und Tisch mit unterschiedlicher Oberflächengestaltung zeigt, entstand in Zusammenarbeit mit der Galleria Rossana Orlandi und Gianfranco Ferré.
nachocarbonell.com
gianfrancoferre.com
Autor > Julia Christian