
Kurt Cobain tourt durch Afrika. Was klingen könnte, wie ein Marketingkampagne, ersonnen vom schlauen Fifa-Boss Sepp Blatter, war nicht nur hinsichtlich der Inspiration, sondern auch bei Silhouetten, Kontrasten, Material- und Farbmix unbestritten das Beste, was man am ersten Tag der Berliner Modewoche zu sehen bekam.

Unter dem Motto „Die Relativität der Bewegung“ ließ Leyla Piedayesh für Frühjahr/Sommer 2011 architektonische, razor-sharp Formen auf psychodelische Ethnoprints, Wickelungen, und Drapagen treffen und verband Body-Con Elemente, Stroboskop-Effekte und Neon mit losen, voluminösen Seidenkaftanen, bodenlangen Kleidern, gestrickten Seidentüllmänteln und Nude.

Doch nie wirkte das eklektizistische Kontrastprogramm angestrengt oder gewollt gebrochen: Die changierenden Brokathosen oder schmalen, gestreiften Seidenanzüge, die glänzenden Leomuster oder die dekonstruierten Lochstrick-Mäntel und –kleider in monochromem Schwarz und Weiß funktionierten weil Seidenoveralls in Nachtblau, massive Strickmäntel, monochrome, fließende Weite und ein perfektes Layering aus Maximal und Minimal die dress-up Attitüde erdeten und zur absichtserklärten Rock’n’Roll-Lässigkeit führten.
Erweitert wurde die Kollektion durch eine Kooperation mit dem Schmucklabel Sergio Engel, dessen mattgoldene, simplifizierte Formsprache die Symbiose aus Futurismus und Organischem unterstrich und durch die Zusammenarbeit mit der Schuh-Traditionsmanufaktur Unützer. Die eigens angefertigte Schuhkollektion greift den Gedanken des Materialmix auf und es entstand eine Capsule Collection aus lässiger, formbetonter Silhouette und metallisch-organischem Farbkontrast.
Catwalk Bilder > Mercedes Benz Fashion Week
Backstage Bilder > Peggy Laubinger
Autor > Julia Christian
Dank an BerlinFashion.TV