
Wer mit der Berliner Fashion Week nur das schrille Klirren anstoßender Sektkelche assoziiert, eine D-Prominenz-bestückte First Row und Mode, die nicht einmal Patricia Riekel als visionär adelt, der wurde sowohl am Bebelplatz mit vielen guten Kollektionen, als auch in den Showrooms der Stadt eines Besseren belehrt.

Die schönste Balance aus Präsentation, Entwurf und innovativem Geist bewies Svenja Specht mit ihrem 2005 gegründeten Label „Reality Studio“. Acht Freundinnen radelten auf cremigen Electra-Rädern am Freitag durch den Berliner Hochsommer und trugen dabei, die von den Klängen des kalifornischen DJ und Produzenten Flying Lotus und den Gewändern buddhistischer Mönchen inspirierte Sommerkollektion für 2011.
Die umfasste Tops aus geometrischen Lederpatches, Overalls aus Seide in Farbverläufen von Curry zu Dunkelblau, unverarbeitete Webkanten statt Saum, kantige, köperferne Silhouetten, Jacken samt integrierter Überwürfe oder Trenchimonos (eine Kombination aus Trenchcoat & Kimono) und ist eine wohldurchdachte Mischung aus scheinbar Widersprüchlichem: androgyn, sexy, lieblich und strukturiert.

Und damit die buddhistische Inspiration nicht bloß zum Lippenbekenntnis verkam, präsentierte Specht die Kollektion eben in fortbewegender Form und zugänglich für jeden.

Fotos > Claudia Grassl + Maxime Ballesteros
Autor > Julia Christian
Dieser Beitrag wurde am Dienstag, Juli 13th, 2010 um 11:46 publiziert. es ist abgelegt unter fashionund verschlagwortet mit bicycle, Electra bikes, Flying Lotus, Mercedes-Benz Fashion Week, open to the public, Reality Studio, S/S 2011, showcase, Svenja Specht, Trenchimono. Du kannst die Antworten zu diesem Beitrag über den RSS 2.0 Feed verfolgen.
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