
Wer Bildende Kunst in Maastricht studierte und die Studienrichtung „Glas“ an der renommierten Gerrit Rietveld Akademie in Amsterdam belegte, konnte unglaublich handwerklich und elaboriert arbeiten – oder eben Kunst machen. Ellen Urselmann entschloss sich für Letzteres und auf der diesjährigen Object Rotterdam war zu sehen, warum sie gut daran tat.

Die Niederländerin, die 2006 den European Young Artist Prize erhielt, behandelt ihr Glas wie Ideen, die es festzuhalten gilt. Nicht der Form, sondern dem Gedanke oder dem Gefühl kurz bevor es sich wieder ins Universum der unzähligen Eindrücke entmaterialisiert, gilt Urselmanns Interesse. Sie rekonfiguriert Alltagsgegenstände und formt im doppelten Sinn an der Zerbrechlichkeit der Gegenwart. Stillstand zwischen „irgendwann“ und „nie wieder“.

Autor > Julia Christian