Théâtre de la mode | Elie Saab
Juli 23, 2010 · Print This Article

Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters – Tragbarkeit ebenso. Und letztere wird in den Couture-Ateliers in Paris offenbar groß geschrieben. Bei den Präsentationen in Paris wurde jedenfalls einiges geboten, bei dem es sich definitiv nicht nur um elitäre Prestigeobjekte oder textile Kunst handelte.

La Fenice, zu deutsch der Phönix, ist das bekannte Opernhaus Venedigs. Die tragische Geschichte des Veranstaltungsortes weltberühmter Dramen, war die Inspiration für die Fall/Winter-Couture-Kollektion von Elie Saab. Und diesen Einfluss sah man mal mehr, mal weniger offensichtlich. Weite, drapierte, fließend geschneiderte Kleider aus Seide, deren Druck an ein flammendes Inferno erinnert, rote Brokat- und Ausbrennermaterialien und Gold- sowie Blautöne, die sich am Interieur des Theaters orientierten, gehörten zu den Ergebnissen dieses Ideenquells.

Asymmetrien, sowohl in der Schnittgestaltung, als auch bei den Drapées, Plissées, Applikationen und aufwändig bestickten Materialien bilden die Grundlage der meisten Entwürfe. Die Schultern werden vielfach betont, ebenso wie der Rücken. Dekolleté bietet also eher die Rückenansicht – der Ausgleich für vorderseitig fehlenden Sexappeal bei den hochgeschlossenen, langärmeligen Kleidern.

Manchmal muss Elie Saab sich den Vorwurf gefallen lassen, dass seine Kollektionen etwas altmodisch anmuten. Trotzdem kann man davon ausgehen, dass die Kleider dieser Kollektion dennoch in der engeren Auswahl von Hollywoods Schönheiten landen werden, wenn die nächste Oscar-Nacht ansteht. Was auf dem roten Teppich schließlich zählt, ist prachtvolle Eleganz – und da ist Saab kaum zu überbieten.

Bildcredit > Elie Saab
Text > Michael Hastreiter
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