
Dass die Jeans ein Ressourcenfresser ist, ist keine Neuigkeit. Die durstige Baumwolle wird meist in Afrika gewonnen, in Asien gefärbt, in Europa, genauer in der Türkei verarbeitet und verfeinert, danach tragen sie Menschen auf dem ganzen Globus. Die Weltreise der Jeans hat bekannte Vor- und Nachteile, aber das größte Problem ist der Wasserverbrauch, den die Jeansproduktion verursacht. Eine Jeans verbraucht im Fertigstellungsprozess 42 Liter Wasser. Horrende Mengen, wenn man bedenkt dass „Jeder“ Denim trägt.
Levi’s hat sich als bislang erster Hersteller der Veränderung dieses Zustandes gewidmet und die „WaterLess Jeans“ eingeführt. Sie verringert den Wasserverbrauch von 28% bis 96%, auf einzelne Teile der Kollektion. Levi’s möchte ein Umdenken anstoßen um Nachhaltigkeit zu gewährleisten und garantiert dass die WaterLess-Linie, ihren Artgenossen in nichts nachsteht.
Veredelungsprozesse, so genannte „finishes“ verbrauchen am meisten Wasser, da die Jeans dabei drei bis zehn Waschzyklen durchlaufen müssen. Levi’s WaterLess hat die Zyklen verändert, indem mehrere Schritte zusammengelegt wurden: unzählige Anfeuchtungsvorgänge sind auf einen Vorgang reduziert. Das Stonewash-Programm muss nun ohne Zugabe von Wasser auskommen, und es funktioniert. Die Materialien und Techniken sind die gleichen geblieben, aber der Wasserverbrauch wird bei 1,5 Millionen Jeans um mehr als 40 Millionen Liter verringert.
Ab Januar 2011 sind WaterLess-Produkte, wie die Levi’s 501 oder 511 erhältlich, in der Hoffnung Produzenten als auch Konsumenten zu neuen Verhaltensmustern zu bewegen. Levi’s möchten die neuen Techniken weltweiten Produzenten zur Nachahmung vorstellen. An die Käufer appellieren sie mit Pflegehinweisen, die den Viel-Wäscher zum Wenig-Wäscher transformieren.
Text > Jemima Gnacke