Was haben Paris, Florenz und Antwerpen, das London nicht hat? Alle drei Städte schmückte bereits eine Einzelausstellung zu Yohji Yamamoto. Da London aber eine wichtige Modemetropole ist, wird sich das bald ändern. Im kommenden Frühling zeigt das Victoria & Albert Museum die erste Einzelausstellung Yamamotos im Vereinigten Königreich. Vom 12. März bis zum 10. Juli 2011 werden 80 Modelle wie zufällig platziert im ganzen Museum zu sehen sein: in versteckten Ecken, auf Marmortreppen oder an Fenstern mit Blick auf den Garten.
Seit Beginn seiner Karriere stehen Yamamotos Entwürfe für die Infragestellung bestehender Modekonventionen. Die asymmetrischen Schnitte und wenig schmeichelhaften Linien seiner Arbeiten widersprechen seit jeher den scheinbar maßgeschneiderten Kollektionen seiner Kollegen. Yamamoto hat die Auffassung von Schönheit in der Mode verändert. Mit seiner spielerischen Androgynität dreht er die Geschlechtsidentität gerne um. Seine Kollektionen sind bekannt dafür, geschlechtsspezifische Stereotypen zu untergraben und ermuntern Frauen dazu Kleidungsstücke zu tragen, die normalerweise mit Männermode assoziiert werden.
Masao Nihei, Lichtdesigner, Szenograf und langjähriger Mitarbeiter Yamamotos, hat die Ausstellung konzipiert. Unterschiedliche Medien werden Auszüge seiner Modenschauen, Filme und Performance Kunst zeigen. Außerdem werden zum ersten Mal auch Stücke seiner Männerkollektionen ausgestellt. Arbeiten von Yamamotos Kollaborationen mit Größen wie Nick Knight, Peter Saville oder Marc Ascoli versprechen eine reizende Ausstellung.
Erstes Bild > Photograph by Monica Feudi
Text > Lisa Wagner