Die Faszination für starke, prachtvolle Autos war es, die Phoebe Philo zu ihrer Herbst/Winter-Kollektion für Céline inspirierte. In den Designs, die sie gestern auf der Pariser Fashion Week präsentierte, war dieses kreative Quell mal unmittelbar mal abstrakter, aber in jedem Fall unverkennbar, präsent.
Philo präsentierte ihren Minimalismus in stromlinienförmigen Silhouetten, deren Dynamik sich durch die gestreiften Einsätze aus Leder bei den Hosen oder aus Chiffon bei knielangen Röcken oder ärmellosen Tops mit ledernen Stehkragen ergab. Dieser lang gezogenen Linienführung folgten auch die Mäntel aus Filz und Leder, die Philo in ungewöhnlich scharfkantige, geometrische Formenflächen unterteilt, mit klotzigen, an Sitzgurte erinnernde Gürteln bestückt oder aus Pelz sogar unter eng geschneiderten Jacketts präsentiert. Weniger subtil hingegen war die walnussfarbene Holzmaserung, die sie als All-Over Print auf Shirts zu Hose oder Rock vorführte. Oder die mit bunter Geometrie versehenen Sweatshirts, die eher an eine Politur in der Garageneinfahrt als an den Fahrtwind entlang der Küstenstraße denken ließen.
Eine Kollektion, die Célines Essenz der schnörkellosen, modernen, weltgewandten Uniform weiterentwickelt, der aber vielleicht etwas weniger Pragmatismus zugunsten von mehr komplizierter, verschachtelter Eleganz gut gestanden hätte.
Text > Julia Christian