
Im besten Fall sind Modedesigner Künstler – und wollen keine werden. Vor einigen Jahren ist Helmut Lang, einstige Ikone der minimalistischen Schneiderkunst grandios gescheitert als er aus der Einsiedelei in den Hamptons als bildender Künstler wieder auftauchte. Seine Ausstellung 2008 in der Kestnergesellschaft war ein fader Brei aus Readymades und Pseudo-Arte-Povera. Hedi Slimane hat die Kurve etwas besser gekriegt, auch wenn man sich ihn doch eher als Modemacher zurückwünscht denn als Fotograf des Ewiggleichen. Und Wolfgang Joop, obwohl auch in seinem Primärbusiness mit schlechterer Ausgangsposition gestartet, will im erlaucheten Modekünstlerkreise offenbar nicht fehlen.

Die Bühne der Biennale in Venedig nutzt Joop zurzeit um seine „Eternal Love“ zu präsentieren: Engelchen; helle Marmorbabys, die aus Eiern schlüpfen; drollige Äffchen in dunklem Marmor und in Öl auf Leinwand; Schwarz-Weiß-Kontraste in Spitze.

Im Palazzo Bembo unweit der Rialtobrücke zeigt Wolle Joop, dass es nicht zum Besten um ihn steht. Sein Label Wunderkind kränkelt, künstlerisch ist er noch schwächer auf der Brust als Kollege Lang; aber Hauptsache, der große Auftritt glückt ihm noch – auch wenn nicht nur die Affen drüber lachen.

Fotos > Susanne Röllig
Text > mw

