
Wir verbringen die Hälfte unseres Lebens im Schlummerland, warum dem Reich der Träume nicht einmal musikalisches Tribut zollen? So dachte wohl Aaron Funk, als er sich diese Konzeptarbeit zum Thema „Sleep“ vornahm. Wenn er eigentlich bettreif gewesen sei, habe er sich gezwungen, an Drum Machine und Sequencer zu schrauben, und dort – immer wieder wegdösend – Sounds zu produzieren, die die Stimmung der Zwischenzone transportieren sollen. Schon die Surrealisten mit ihrer écriture automatique oder die Beats mit den dream machines waren fasziniert von diesem Übergangszustand zwischen Wachen und Schlafen und vermuteten dort ungefilterten Zugang zum Unbewussten, wie er sonst nur mit Hilfe diverser Mittelchen zu finden war. Die Paradiese von Last Step sind allerdings wohl doch ein wenig künstlich; mit „Xyrem“ oder „Rohypno“ setzt er Pharmaerzeugnissen zur Schlafregulierung Denkmäler.
Im Gegensatz zu Funks überreiztem Hauptprojekt Venetian Snares wirkt Last Step in der Tat recht entspannt und träumerisch. Ungewohnterweise finden sich hier flows und grooves statt nervöser Breakbeats; die Pillen scheinen ihr Werk zu tun. Zum Tanzen lädt sie zwar nicht unbedingt ein, aber verschnarcht ist diese Platte an keiner Stelle, sie klingt vielmehr erfrischend und richtungsweisend, was das Werk Aaron Funks betrifft, der mit Last Step nach vorne geht, ohne seine Kautzigkeit zu verlieren.
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“Sleep” von Last Step
erscheint am 7.Mai auf
Planet Mu
Text >Nadine Hartmann