Im Umfeld von Ambientkünstler Oneohtrix Point Never, frühen IDM Experimenten aus der Warp-Hochzeit und Kompositionen der Neuen Musik wie bei Steve Reich oder Fennesz lässt sich das Schaffen der Künstlerin Laurel Halo lokalisieren. Dass ihr Ansatz ein intellektueller und das Ergebnis hochkomplex ist, ist angesichts dieser Koordinaten zu erahnen. Und tatsächlich verhält es sich so: je verfremdeter und abstrakter die Musik, desto stärker wird ihr Reiz, wie beispielsweise in “Carcass”, das einem wabernden sich langsam finster verzerrenden Synthiemuster folgt und nur spärlich von einer stark manipulierten Stimme durchschnitten wird.
Überhaupt die Stimme. Der vermehrte Einsatz von Gesang stellt die größte Veränderung gegenüber voriger Veröffentlichungen dar. Dadurch bekommt „Quarantine“ einen persönlicheren Einschlag; Ina Cube vermittelt nun auch textlich die Verstört- und Fremdheit, die ihre Musik transportiert. Jedoch ist dieser überartikulierte Gesang oft zu dominant, in dem Stück „Years“ nahezu unerträglich in seiner Intensität. Vergleiche mit Björk, wie sie andernorts gezogen werden, lassen sich vielleicht im Arrangement erkennen, sind aber letztlich nicht zutreffend, dazu kann Cube einfach nicht gut genug singen. Schade, etwas weniger angestrengte Eigenwilligkeit hätte diesem interessanten Album gut getan.
Laurel Halo „Quarantine“
erscheint am 28. Mai auf Hyperdub
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