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Seidenexperimente im Podewil Palais | Vladimir Karaleev

Umschmeichelnde Seide, unversäumte Nähte, lose Drapierungen, überraschende Aussparungen – Vladimir Karaleev hat sich mit seinem unverkennbaren Stil unlängst einen festen Platz in der Berliner Modewelt gesichert. In barocker Architektur lud der Berliner Designer anlässlich der Fashion Week zur Präsentation seiner Kollektion für Frühjahr und Sommer 2013. Damit wieder Abschied aus dem Zelt nehmend, positionierte er seine Models wie auf einer Theaterbühne:

Im Podewil Palais saßen die Besucher auf Stühlen, um die nur scheinbar zufällig drapierten Stoffe in langsamen Bewegungen zu sehen und jedem Model damit abermals Platz für eine eigene Interpretation zu geben. Zu wechselnder Musik wurde hier eine Atmosphäre zelebriert, wie sie aus den besten von Karaleevs Präsentationen bereits bekannt ist, denn was in der letzten Saison mit der Runway-Show nicht vollkommen zur Geltung kam, bekam in der abgelegenen Off-Location in der Klosterstraße die dringend benötigte Ruhe.

In lang umschlungenen oder kniebedeckenden Kleidern, in bodenlangen Röcken, in halbtransparenten Layerings, Shorts und weiten Hosen, in Oversized-Blusen und Shirts oder Westen zeigte Karaleev einerseits, was er am Besten kann: Reduktion und Introversion, die sich auch im Styling der Models fortsetzte und die Zeit zur genaueren Betrachtung einfordert. Denn erst auf den zweiten Blick gibt die Schlichtheit die eigentliche Raffinesse des Wahlberliners preis: die unvermeidlichen Fäden der Säume, die dem klassischen Material die unbedingte Eleganz nehmen und alltagstauglich machen, die die Kleidung fast vergessen machen, so natürlich gehen die Schnitte mit den Bewegungen der Körper mit.

Seiner modischen Formen- und Designsprache ist Vladimir Karaleev damit auch in dieser Saison treu geblieben. Helle Töne dominieren im Sommer: Lachsfarben, Grau, Weiß und Creme. Statt der kräftigen Unifarben des letzten Jahres werden sie dieses Mal jedoch durch abstrakte Muster ergänzt. So mischt sich in dem zweiten Part der Kollektion zu den vorigen Farben auf jeweils nur einem Kleid oder einer Bluse eine Farbmixtur aus Gelb, Blau und Orange. Auf anderen Röcken kommen ähnliche Farben in blasseren Ausführungen zusammen, um langsam auf die nebenstehenden Kleidungsstücke in Uni überzuleiten. Kräftig dagegen gesetzt, werden einzelne Teile wie eine Shorts in Azurblau.

Mit seinen Entwürfen für das kommende Frühjahr und Sommer beweist Vladimir Karaleev damit abermals, dass er seinem Stil treu bleiben kann, dabei aber nicht stillsteht. Kräftige Farben durchbrechen die Zurückhaltung der blassen Töne; unterschiedliche Längen versprechen noch mehr Abwechslung.

www.vladimirkaraleev.com

www.fashion-week-berlin.com

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