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„Ausgerechnet Freitag der Dreizehnte“ | Rundgang der Kunsthochschule Weißensee 2012

Freitag, der 13. – der „Unglückstag“ wurde in diesem Jahr zum Namensgeber des traditionellen Rundgangs der Kunsthochschule Weißensee in Berlin, die parallel zur Universität der Künste am vergangenen Wochenende zur Ausstellung der Werke der Diplomanden und Meisterschüler 2012 lud. Im ehemaligen Kaufhaus am Oranienplatz präsentierten so etwa die Fachbereiche Malerei und Bildhauerei auf fünf Stockwerken, wie inspirierend der Volksglauben sein kann: Großformatige Gemälde über Skulptureninstallationen bis hin zu konzeptionelle Arrangements zeugten von einer abwechslungsreichen Experimentierfreude an der Kunsthochschule.

Vom 13. bis 15. Juli erwachte das die meiste Zeit des Jahres leerstehende Gebäude auf diese Weise zu neuem Leben: Bildhauerei und Malerei im weitesten Sinne, in allen Variationen und Größen, Filme und Projektionen, klassischere Techniken und Inspirationen des Alltags erfüllten nicht nur die ersten Etagen des ehemaligen Kaufhauses, sondern bespielten noch das charmant-morbide Dachgeschoss, um dort – umgeben von rohen Stahlträgern – den größten Arrangements den gebührenden Platz zu geben. Neben Miniaturmodellen in einer raumgreifenden Installation entwickelten hier die Serien und Künstlerzusammenstellungen in der Malerei die größte Wirkung in großzügigen Decken- oder Stellwandhängungen, deren Werke einerseits durch ihre Farbkraft, dann wieder durch die Materialität der Oberflächen wirkten.

Bis das fünfte und damit letzte Geschoss jedoch erklommen war, wurden auf vier weiteren Ebenen auf den betonen Böden und an den unbearbeiteten Wänden in nicht minder großzügigen Ausstellungskonzeptionen zahlreiche weitere Werke der Absolventen gezeigt, die nach einer eklektischen Zusammenstellung im Erdgeschoss vor allem auf vergleichbare Themen- oder Wirkungsentwicklungen zu setzen: Neben Farbquadraten auf Papier stapelten sich so beispielsweise Paletten in unterschiedlichen Tönen, um sich daneben dünne Pinselstriche zu impressionistischen Landschaften formen zu lassen und dann wieder in expressionistisch inspirierte, gemalte Porträts überzugehen.

Einerseits traditionellere oder deutlich von Strömungen der Kunstgeschichte beeinflusste, andererseits experimentellere Malerei, abstrakt oder figurativ, klein- oder großformatig – bereits der Fokus auf dieses eine Medium repräsentiert die beiden Begriffe, die den gesamten Rundgang durch das Kreuzberger Haus und damit auch alle Formen der Bildhauerei bestimmte: „Raum“ und „Vielfalt“.

www.kh-berlin.de

Text & Bilder > Teresa Köster

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