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„Game Lapse“ | Jaybo Monk bei Rook & Raven London

Auch nach dem offiziellen Ende der Olympischen Spiele 2012 dreht sich in London in diesen Tagen alles um die Athleten aller Disziplinen: In ihren Einzelteilen wurden sie dort von Jaybo Monk in seiner bisher größten Show in der Stadt auf den Leinwänden moduliert, um im Zusammenspiel mit abstrakten Farbkompositionen die Sportwettkämpfe mit Fokus auf die menschlichen Bewegungen zu betrachten. Gemeinsam mit Zeichnungen und Skulpturen füllen die Gemälde in „Game Lapse“ seit gestern Abend die Räume von Rook & Raven, wo sie anhand der drei Medien verschiedene antike Sportarten in Fragmente zerlegen, charakteristische Partien herausstellen und den Wettkampf über ihren Oberflächen vollführen.

Vintage-Fotografien und andere Sporterinnerungen liefern die Grundlage für die Ausstellung „Game Lapse“, die eine zeitliche Entwicklung bereits im Titel trägt. Separiert von ihren ursprünglichen Kontexten, werden Ausschnitte daraus extrahiert und auf die Untergründe gebannt, die erst durch das Hinzutun des Betrachter mit neuen Inhalten gefüllt werden. Gewohnte Muster werden auf diese Weise gestört, doch auch trotz der erfolglosen Suche nach der gewohnten Narration entsteht eine neue Form der Kommunikation, wie Jaybo Monk erklärt:

„Game Lapse is the attempt to respond and communicate between viewer and painter on a common base – the Olympic games – in a very emotional and expressive form, breaking the law of the narrative situation and playing with our primary ideas of movement and time. The quest of this show is to cultivate a kind of improvisation using well-known body parts and geometric shapes and giving them new directions.“

Ist das Thema auch ein vollkommen anderes, behandelt der „urbane Modernist“ seine Leinwände und sein Papier auf ähnliche Weise wie in der noch laufenden Ausstellung „Running With The Hunted“ in der Berliner Circleculture Gallery. Wieder wird der Mensch zum Maßstab aller Dinge, zum Fixpunkt seiner Kunst, der in neue Kontexte gestellt werden. Fernab kunstgeschichtlicher Stilvorbilder werden auch hier einzelne Ausschnitte, die anatomisch genau sind, neben streng geometrischen Flächen oder Farbverläufen positioniert. Einige von ihnen geben ihren sportlichen Kontext eindeutig preis: Diskuswerfer präsentieren ihre zum Wurf gestreckten Arme, Schultern geben den Blick auf Muskelpartien frei, gedehnte Füße stützen sich auf den Kanten ab. Dann wieder werden die Bilder zu allgemeinen Beobachtungen des entblößten Körpers, die misstrauische Augen auf Leinwänden einfangen oder Rücken in geschwungene Linien verwandeln.

Fine Art trifft hier auf einen deutlich urban geprägten Stil, akribisch genaue Studien des menschlichen Körpers auf dynamische Abstraktion. Wie auch in seinen frühen Ausstellungen lässt sich Jaybo nicht auf einen Stil festlegen, sondern synthetisiert die vielseitigen Inspirationen zu einer neuen Einheit, die sich durch die Räume der Londoner Galerie sowie der Medien hindurch entwickeln und selbst in Bewegung geraten.

Jaybo Monk: „Game Lapse“, 17. August bis 05. September 2012, Rook & Raven Gallery, London.

www.rookandraven.co.uk

Text > Teresa Köster

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