HURTS | Happiness

September 2, 2010

„Die neuen Pet Shop Boys“ konstatiert das Zeit Magazin. Ein Mix aus Take That und Joy Division sagen die Hurts. Eine großangelegte Marketingstrategie um zwei ansehnliche Jungs aus Manchester meinen wir. Kaum ein Print-Medium, von Vogue über Spex bis zur Style, das sich nicht mit dem versprochenen Charme der Hurts und ihrem fashionablen Stil, der  die Mainstreamer in spe Anfang letzten Jahres Slimane-geprüft zum Geheimtipp im Netz werden ließ, befassen wollte. Die Städte sind gepflastert mit eindringlich schwarzweißen Plakaten und „A Wonderful Life“, die erste Single-Auskopplung aus „Happiness“, dem Debut von Adam Anderson und Theo Hutchcraft, wird als Theme-Song der Vox-Version des Castingshow-Formats „X-Faktor“ auch im TV allgegenwärtig und schafft es zielgerecht in die deutschen Charts auf Platz 2. Wow. [Read more]

BRACKLES | Songs For Endless Cities

August 26, 2010


Schreitet die Detroitisierung fort? Hört sich UK Funky in drei Monaten an  wie Basic Channel vor zehn Jahren? Ist Post-Dubstep Techno? Und drängen sich diese Fragen zum aktuellen Brackles Mix auf dem neuen !K7 Sublabel ‘Cool in the Pool’ nur auf, wenn man die 35 bereits hinter sich gelassen hat? Vielleicht. [Read more]

JAMAICA | No Problem

August 23, 2010

Neuer Name – alter Sound, aber doppelt so viel Aufmerksamkeit. Ex-Poney-Poney Antoine Hilaire und Florent Lyonnet haben ihren ersten, recht dämlichen Namen gegen einen genauso dämlichen neuen Namen eingetauscht: Jamaica. Glücklicherweise hat der Name aber eine rein mnemonische Funktion und nichts mit Reggae und Rastas zu tun. 
 [Read more]

ANDREYA TRIANA | Lost Where I Belong

August 17, 2010

Ninja Tune, das unabhängige Label aus London schafft es nun schon seit 20 Jahren, zu bestehen, ohne Kompromisse hinsichtlich des zuverlässig hohen Qualitätslevels seiner Acts zu machen. Anlässlich des runden Geburtstages wird einiges aufgefahren, zum Beispiel eine Limited 6CD & 6 Seven Inches Box mit allerlei Schätzen. Auch hat das Label viele neue Künstler an Land gezogen. So darf jetzt anscheinend auch endlich mal das andere Geschlecht in der Ninja-Nerd-Landschaft mitspielen. [Read more]

SPOEK MATHOMBO | Mshini Wam

August 16, 2010

Ein Album eines südafrikanischen Künstlers im August? Hat da jemand den WM-Hype verpasst? Ganz und gar nicht. Nthato Monde James Mokagta bewegt sich ausserhalb von Mainstream-Marketing-Kaprizen. Der Johannesburger gründete mit 9 Jahren seine erste “Band” und verfolgt seitdem eine Karriere als MC und Produzent die er längst in internationale Bahnen gelenkt hat. Spoek Mathambo ist der Moniker unter dem ihn die weltweite Hipster-Community auf ihren iPods abspeichert, Spoek – “Geist” – ist hineingeboren ins Zeitalter der Selbst-Promotion und beherrscht ihre Spielarten perfekt, digital im Netz und analog durch unzählige Kollaborationen mit anderen Künstlern seines Genres. Das wäre? Elektro-Rap. Im weitesten Sinne. Spoek, der mit einer Schwedin verheiratet ist und zeitweise auch in Malmö lebt, weiß sein südafrikanisches Erbe zu verwalten, ohne der mit “Tropical” überschriebenen Club-Spielart über die Maßen zuzuarbeiten. [Read more]

SUMMER CAMP | Young EP

August 13, 2010

Der Preis für das niedlichste Cover des Sommers geht an „Young“. Da stehen Hippiemädchen mit einem kleinen Brian-Wilson-Lookalike in der Schulturnhalle parat für den Abschlussball. Jaja, schon geht es los, das Filmedrehen im Kopf, das auch den Verfasser des Promotextes der neuen Summer Camp EP geritten haben muss, als er eine lange Liste von Referenzen herunterschrieb: John Hughes, Magnetic Fields, Shangri Las, Seifenblase, Puderzucker, Tintenfisch… Und das alles soll es auf knapp 19 Minuten geben. [Read more]

ZOLA JESUS | Stridulum II

August 10, 2010

Bitte keine Scheu vor den ganz großen Gefühlen, hier kommt Zola Jesus! Einundzwanzig Lenze jung und schon seit zwei Jahren zuständig für Drama in der Underground-Szene. Ähnlich wie bei Soap & Skin, der gehypten Gothic-Lolita des vorletzten Jahres, kann man wohl auch Nika Roza Danilova eine gewisse Vorliebe für Nico unterstellen. [Read more]

BATHS | Cerulean

August 3, 2010

Na endlich, da ist es: das Album, das wir uns eigentlich von Prefuse73 gewünscht hätten. Oder von Flying Lotus gemeinsam mit Fridge und dem  Sänger von Muse. Oder besser noch, von Will Wiesenfeld. Der erntet als Baths was die verträumten Stolperer in ihre Vorgärten gepflanzt haben, reibt das reife Obst mit poppigem Falsett blank und klimpert-palimpert sehnsuchtsvolle Tonleitern auf schartigen Klavieren und Flohmarktgitarren. [Read more]

FEINDREHSTAR | Vulgarian Knights

Juli 31, 2010

Man muss schon ein Ohr für Jazz und Handgemachtes haben, um das Debut von Feindrehstar angemessen genießen zu können. Die Jenaer 10-Mann-Kombo trieb sich lieber auf Live-Bühnen herum und kraulte sich wahrscheinlich den Rest der Zeit gegenseitig die wilden Bärte in nachhaltigen Landkommunen (oder auch nicht). Verspielt, schamlos und freudestrahlend wird gewildert und gepatchworkt, wo es nur geht, Afro Beat, Miles, Organisches, House, Klezmer und New York Orleans, ein bisschen Fusion, ein paar Cuts, Hip-Hop sowieso, Hauptsache der Jazz hat den Groove oder umgekehrt. [Read more]

GIGGS | Let Em Ave It

Juli 29, 2010

Dass dieser junge Rapper seinen Namen einer Neigung zu unkontrolliertem Kichern in allen Lebenslagen zu verdanken hat, scheint sich mit seinem Gefängnisaufenthalt wegen Waffenbesitzes vor fünf Jahren erledigt zu haben. Giggs’ zweites Album „Let Em Ave It“ versprüht ungefähr soviel gute Laune wie die neuste Afghanistan-Footage auf Wikileak und könnte sich nahtlos in die Vielzahl eher unspektakulärer amerikanischer Hip-Hop-Releases einreihen, wäre der düstere Giggs nicht ein Kind Peckhams und somit ein waschechter britischer Vorstadtgangster. Im Gegensatz zu den Grime-seitigen Kollegen der Zunft, bekennt sich Giggs ganz und gar zu den adoptierten Wurzeln eines Dre oder Stat Quo, ohne von der grassierenden Verpoppung korrumpiert zu werden, die ehemalige UK-Underground-MCs wie Tinchy Stryder auf Charts-Niveau anschwellen lässt.   [Read more]