Capablanca & T. Keeler | Ácido!

Dass er sich nie einem Genre verpflichtet gefühlt hat, ist wahrscheinlich der Grund, warum Hugo Capablanca seit Jahren nicht nur in der Wahlheimat Berlin auf so gut wie jeder interessanten Party auflegt. Viele Seelen wohnen in seiner Brust, so lässt er bei seinen Sets (Italo-)Disco mit House vibrieren, New Wave gegen Krautrock kratzen. Dieses bunte [...]
Laurel Halo | Quarantine

Im Umfeld von Ambientkünstler Oneohtrix Point Never, frühen IDM Experimenten aus der Warp-Hochzeit und Kompositionen der Neuen Musik wie bei Steve Reich oder Fennesz lässt sich das Schaffen der Künstlerin Laurel Halo lokalisieren. Dass ihr Ansatz ein intellektueller und das Ergebnis hochkomplex ist, ist angesichts dieser Koordinaten zu erahnen. Und tatsächlich verhält es sich so: [...]
KTL | V

Der unermüdliche Stephen O’ Malley schreitet immer weiter voran in seiner Transformation vom Doom Metaller der lauten Tage bei Burning Witch oder Khanate zum Komponisten Neuer Musik. Statt Underground-Ikone einer kleinen Metal-Subkultur zu sein, bewegt er sich nun in Museum, Philharmonie und Feuilleton – der Umzug von Seattle nach Paris ist vielsagend. Im Frühjahr dieses [...]
Burial | Kindred EP

Jede Burial Veröffentlichung wird mit viel Vorlauf sehnsüchtig erwartet und schließlich – da kann man sicher sein – euphorisch rezensiert. Mit zwei LPs und vor allem dem 2007er „Untrue“ ist es William Bevan gelungen, sich einzigartig zu positionieren im Londoner Dubstep Kontext. Die neue EP, „Kindred“, wird nun wieder einmal Fans wie Kritiker froh machen, [...]
Jesse Ruins | Shatter the Jewel

Ein Enigma stellt Jesse Ruins aus Tokio dar. Es ist weder bekannt, ob sich hinter dem Namen eine einzelne Person oder ein Kollektiv, Dame oder Herr verbirgt. Was sich hingegen eindeutig herauskristallisiert hat in den letzten Monaten ist, dass wo „Jesse Ruins“ draufsteht, Interessantes drin steckt. Äußerst atmosphärische Laptop Sounds, mal dramatisch, mal verträumt, mit [...]
Mark Van Hoen | The Revenant Diary

Es scheint nicht nur eine launische Modeerscheinung der derzeitigen elektronischen Musik zu sein, sich auf ihre Pioniere zu besinnen. Nachdem in den Neunzigern alle Möglichkeiten der digitalen Klangerzeugung genutzt wurden, zeigt sich in den letzten Jahren ein gesteigertes Interesse an analogen Instrumenten. Obwohl auf dem Computernerd-Label Nummer eins, Warp, hat Mark von Hoen, alias Locust, [...]
Prefuse 73 | The Only She Chapters
Eine Reise ohne Anfang und ohne Ende, ohne Höhepunkte oder Tiefen, nichts als ein mäandernder Fluss – so stellt sich Guillermo Scott Herren also das weibliche Prinzip vor. Ein eindeutiges Konzept rahmt das neue Album seines bekanntesten Aliases, Prefuse 73. „The Only She Chapters“ will sämtliche phallischen Tendenzen aus der Musik eliminieren, und da Herren [...]
ZODIAK FREE ARTS CLUB | Floating World

Junge Menschen schrauben an antiken Synthesizern herum und erklären Klaus Schulze und Edgar Frese zu den neuen alten Göttern. Teengirl Fantasy, Blondes und Stellar Om Source beackern das Feld des analogen Kraut-Ambients bereits innovativ wie erfolgreich. Ein junger Produzent namens Argy hat nach Zusammenarbeit mit Elektronik-Pionier Manuel Göttsching nun einen eigenen Beitrag zu diesem Revival [...]
CHRISTOPH DE BABALON | A World of My Own

„ A World of My Own“ – treffender hätte Christoph de Babalon sein neues Album nicht betiteln können. Seit jeher befindet sich der in Berlin lebende Künstler in einem solipsistischen Universum. Jenseits von allem, was zwischen IDM und Clubmusik passiert, findet sich auch diese Talfahrt durch Breakcore, Noise und Ambient wieder.
FOOTWORK: A LADDER THAT’S FOREVER
[photo by Dave Quam] I Only Know (What I Know Now) – James Blake In the waiting room of heaven’s dentist office they play James Blake’s “I Only Know (What I Know Now)” and nobody feels any pain ever again. On the other hand, DJ Nate is what the angelic kids doing nitrous hear, up [...]
HEARTS NO STATIC | Motif

Dass skandinavische Musik die nordische Landschaft illustriert ist ein Schuh, den sich schon klassische Komponisten wie Edvard Grieg und Jean Sibelius anziehen mussten. Dem Postrock-Trio Hearts no Static könnte man auch nachsagen sie klangfärbten die schwedische Fels-, Wald- und Seenlandschaft zu einem Instrumentalteppich aus musikalischen Naturallegorien.
Flying Lotus’ Sonnensystem

„Ja danke, es ist wunderbares Wetter hier, leichter Wind, nicht zu heiß.“ Nein, zum Strand geht er nicht, es sind zwar nur zehn Minuten, aber trotzdem, lustige Frage. Er ist kein Beachboy, unser Steve Ellison. Seine verbindungsbedingt brüchige Stimme klingt wie die eines Menschen, der vieles lieber tut als sprechen. Der ehrlich überrascht ist, dass [...]

