Rockterrine | The Taste of Music

November 17, 2008

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Es war einmal…
Anfang der 1990er Jahre eine Stadt an der äußersten Peripherie Deutschlands, die hieß Trier und blickte auf eine 2000jährige Geschichte zurück. Außer einem strammen Katholikentum war leider gar nichts los: kaum Konzerte, Partys hießen „Dreitönnchen-Club der Krankengymnastinnen“ und schlimmer. Länger als zwei Jahre hielt ich es nicht aus. Doch es hat sich wohl so einiges getan in der Provinz. Bands haben die hart an der Grenze zur Metropole vorbeischrammende Kleinstadt offenbar in ihren Tourplan aufgenommen, und Musiker haben vor und nach Konzerten vor allem eines: Hunger und Durst. [Read more]

Zwei Mädchen | Istanbul-Story

November 13, 2008

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Nach 19 Tagen ist alles vorbei. Ist alles aus zwischen Behiye und Handan. Sind die Träume begraben vom anders und woanders sein. Behiye kennt nur drei Seinszustände: „Traurigkeit, Verzweiflung und Wut“ und ergibt sich ihnen umso mehr, je bewusster ihr die Unmöglichkeit einer Flucht daraus erscheint. Dann trifft sie auf Handan, das personifizierte „Gefühl, gerettet zu werden.“ Sie finden sich, obwohl sie gegensätzlicher kaum sein könnten. Behiye, innerlich zerrissen, angeekelt von der sie innerlich zerfressenden Welt. Stämmig, rothaarig, in dunklen Klamotten und klobigen Stiefeln versteckt. Dagegen Handan, das zarte, süße, allerliebste „Babymädchengeschöpf“. Die eine verinnerlicht The Cure und klaut Sartre in der Buchhandlung, die andere liebt Kylie Minogue und Mädchenzeitschriften.

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Pie Bible | Testament der Teenage Angst

Oktober 24, 2008

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Ein Meilenstein im Filmgenre der bieder-verschwitzen Teenagerkomödie ist „American Pie“, der bei uns 1999 im Kino lief. Darin ging es um eine Jungs-Clique, deren Versuche, erwachsen zu werden und einen guten Schnitt bei den Mädchen zu machen und – zwangsläufig – um Sex mit Apfelkuchen. Die pubertätsgeplagten Schüler gaben ihre besten Tipps zur Anbahnung von Anbandlungen und ihre schlimmsten Erfahrungen im Dschungel der Geschlechterdifferenz in einem geheimen Buch weiter: der Heiligen Schrift der Sexualaufklärung, der Bible of Love, versteckt in der High-School-Bibliothek. [Read more]

Edward Steichen Fotograf

Oktober 9, 2008

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Den nachhaltigsten Eindruck hat Edward Steichen nicht als Fotograf gemacht, sondern als Ausstellungsmacher. Als Leiter der Abteilung für Fotografie des Museums of Modern Art in New York hatte er 1955 mit der Schau „The Family of Man“ neue Standards gesetzt. 503 Bilder von 273 Fotografen aus 68 Ländern illustrierten seine Idee, ein Bild der menschlichen Gemeinschaft und einer humanistischen Weltsicht zu beschwören. Er vereinte alle Darstellungsformen des Genres, von Dokumentarfotografie bis zur so genannten Fotokunst, und entwickelte damit auch eine neue Gattung, die ihrerseits heute als gleichberechtigte Kunstform angesehen wird – die Installation. [Read more]

Richard Milward | Apples

September 29, 2008

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Lippenstift von Urban Decay? Check. Trainingshose in diesem angesagten Himmelblau von Kappa? Check. Da ist es für Eve, 15, auch nicht mehr so schlimm, dass die letzte Ecstasy-Tablette nicht den Erwartungen entsprach und ihre Mutter an Lungenkrebs stirbt. Der 22jährige Richard Milward, Kunststudent am Londoner Central St. Martins College, schildert in seinem Debut-Roman „Apples“ überzeugend das Leben englischer Prekariats-Teenager. Was für Eve und ihre Clique zählt, sind Markenartikel und der schnelle Kick durch Pillen oder One-Night-Stands. [Read more]

Wills’ Weltordnung

September 3, 2008

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Über Nationen Witze machen? Über Tschechen lachen? Russen hassen? Schlecht über Schweden reden? Aber natürlich! Zeit wird’s, political correctness war so Neunziger! Denn schließlich glaubten wir doch die Nationalstaatsseligkeit längst überwunden zu haben. Rückfälle bei Fußballmeisterschaften oder Olympischen Spielen gelten hier mal als die Regel bestätigende Ausnahmen. Für die Zukunft gilt: Wer sich über die geografischen Umstände der Geburt oder schlimmer noch: über Blutsbande oder die Bürokratie der Staatsangehörigkeit definiert, soll für solches Schubladendenken erst mal aufgeklärt werden, worauf er oder sie sich da beruft. [Read more]

Straßenspiele | Martha Cooper

August 22, 2008

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Es war einmal in Amerika. New York City war noch nicht der Ground Zero Tolerance unserer Tage. Die Gentrifikation heruntergekommener Stadtquartiere konnte aber schon beobachtet werden. Die letzten Tage unverwechselbarer Viertel mit klingenden Namen: Hell’s Kitchen, Little Italy, Alphabet City. Manhattan war noch rau, düster und wild. Der größte Abenteuerspielplatz der Welt. [Read more]

50 Jahre Bossa Nova | The Sound of Ipanema

August 16, 2008

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„Chega de Saudade“ hieß jene Single, die einer Initialzündung gleich 1958 den Karrierebeginn der Bossa Nova einläutete. Welche Bedeutung der Journalist und Autor Ruy Castro diesem Song in der Geschichte jenes Musikstils, der neben der Samba wie kein anderer für Brasilien steht, einräumt, lässt sich am gleichlautenden Titel seines 1990 erstmals erschienenen Buches über „die Geschichte und Geschichten der Bossa Nova“ ablesen. [Read more]

Boris Fust | Walking Lecture

August 10, 2008

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Boris Fust liest am Sonntag, den 10. August im Rahmen einer walking lecture an Originalschauplätzen seines Praktikantenromans „12 Stunden sind kein Tag“

Beginn: 17.00 Uhr,

„Wasch Center“ in der Boxhagener Str. 114, Berlin-Friedrichshain.

Weitere Orte: Flohmarkt Boxhagener Platz,

„Feuermelder“, Krossener Str. 24, Berlin-Friedrichshain

Eine Rezension des Buchs folgt in der nächsten Style…

Boris Fust, „12 Stunden sind kein Tag“, erschienen im Piper Verlag,

224 Seiten, 8 Euro

www.piper.de

Martha Rosler | Library

Juli 30, 2008

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A private library tells us something essential about its owner: it provides information about the cornerstones of his intellectual cosmos. Our own bookshelf reveals our interests, offers, aberrations, absences as well as lines of orientation not followed. It leaves the question open as to how important which book actually was to its owner and which of the missing books were formative nevertheless. [Read more]

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