Das Sammelsurium des John Bock
Juli 29, 2010

„Gibt es hier eine spezielle Richtung, in die man laufen muss?“, fragt ein älterer, orientierungslos wirkender Herr die junge Frau, die am Eingang von John Bocks elf Meter hoher, begehbarer Skulptur „FischGrätenMelkStand“ steht. Wie oft wurde diese Frage wohl schon gestellt? [Read more]
Styleclicker City
Juli 25, 2010

Als Yves Saint Laurent einst die Farbkombinationen von der marokkanischen Straße auf den Catwalk brachte, schien diese Affäre noch riskant: Eine „Lady and the Tramp“-Liaison zwischen den bestgekleidetsten Hochglanzbewohnern und den rauen Straßenecken, an denen das echte Leben auf das zwielichtige trifft. Doch seit mehreren Jahren ist Mode dank Streetstyle-Blogs nicht mehr nur Absichtserklärung von Designern, sondern gleichfalls die Dokumentation dessen, was real getragen wird. Nicht projizierte Sehnsüchte, sondern der praktische Imperativ zur Individualität wird Tag für Tag aufs Neue ausgerufen. [Read more]
Stars gebären Stars
Juli 16, 2010

Die Geburt eines Stars gleicht zunächst einmal der eines jeden normalsterblichen Bürgers. Von der Empfängnis, über Schwangerschaft bis zum ersten Schrei: Niemandem wird das Prominentendasein in die Wiege gelegt. Bekannt wird, wer außerordentliches Talent oder zumindest ebensolchen Ehrgeiz an den Tag legt – und weiß, wie er sich medial zu inszenieren hat. Im Jahr 2010, da sich eine deutsche Grand-Prix-Gewinnerin zwecks Erlangung von Popularität (in welcher Form auch immer) zunächst barbusig im TV-Programm präsentiert, um anschließend trällernd ein Millionenpublikum zu begeistern, ist die Relevanz medialer Aufmerksamkeit längst zur Binsenweisheit avanciert. [Read more]
Henry Kleine bei September
Juli 14, 2010

Henry Kleine steckt im innerlichen Diskurs. Zum Glück nicht fest. Der deutsche Maler beschäftigt sich nicht nur formal, sondern auch theoretisch mit Malerei. Keine andere künstlerische Gattung befindet sich so im ständigen Kampf mit sich selbst. Totgesagt und immer wieder auferstanden. [Read more]
Kunst am Ende? | Off Season
Juli 13, 2010

Endzeitstimmung herrschte in der Kunst eigentlich immer. Ob da nun der Klassizismus dem Rokoko den Garaus machen wollte, das Bauhaus den Historismus in den Kaiserkitsch verabschiedete, Arhur C. Danto das Ende der Kunst ausrief oder Hans Belting das Ende der Kunstgeschichte. Die Lust am Untergang mit wehenden Fahnen, nur um sich gleichzeitig am eigenen Schopf wieder aus dem Sumpf herauszuziehen, ist für die Kunst das Perpetuum mobile. [Read more]
Der letzte Blick
Juli 11, 2010

„Nur die Tiefe nebelt, nicht der Berg.“ sagte Jean Paul. „Wir haben Niederlagen erlitten. Wir ziehen uns zurück. Wir ordnen uns neu. Wir werden wiederkommen.“ sagt die Klasse Stephan Hubers von der Akademie der bildenden Künste in München und steigt auf ersteren Berg, um zu überprüfen, ob es von dort den letzten, wirklich freien Blick gibt: la ultima vista. [Read more]
Papststurz, die Zweite
Juli 8, 2010

Maurizio Cattelans Skulptur „La Nona Ora“ (1999) sorgte auf der 48. Biennale von Venedig für einen handfesten beziehungsweise steinharten Skandal. Seine der Madame-Tussaud’schen Wachsfigurenästhetik verpflichte Installation, die den damaligen Papst Johannes Paul II. von einem Meteoriten erschlagen auf dem Boden liegend zeigt, erregte Mensch und Medien – musste sich jedoch auch häufig dem Vorwurf der Effekthascherei stellen. Dass die Skulptur wohl nicht bloß temporär für Aufmerksamkeit sorgte, sondern das Zeug zum Klassiker hat, belegt eine Arbeit des rumänischen Künstler Ciprian Mureşan. [Read more]
World Press Photo 10 | Willy-Brandt-Haus
Juni 29, 2010

Nur noch bis zum 1.Juli geht die Ausstellung der bedeutendsten Pressefotos des vergangenen Jahres. Bereits seit 53 Jahren wird der Word Press Photo Award verliehen und gehört zu einer der anerkanntesten Auszeichnungen für Pressefotografen. Das Siegerfoto 2009 von Masturzo zeigt den friedlichen Protest iranischer Frauen gegen das Regime.
12-18h
Willy-Brandt-Haus
Stresemannstraße 28
10963 Berlin
willy-brandt-haus.de
It’s all about music, and art!
Juni 21, 2010

Den alten Renaissancestreit „Paragone“, nämlich ob Malerei, Bildhauerei oder Architektur den Vorrang innerhalb der Künste haben, hat die bildenden Kunst mit der Musik seltsamerweise nie geführt. Hier war von Anfang an klar, dass man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen kann. Die Musik ist per se flüchtig, abstrakt und nicht zu greifen, sie ist von Natur aus freier, weil sie eben nichts abbilden muss oder kann. So haben sich Musik und Bildkunst eigentlich immer gegenseitig inspiriert, begleitet und befruchtet. [Read more]
Over the Counter
Juni 17, 2010

Wer kann schon aus seiner Haut? Die meisten Bewohner post-sozialistischer Länder haben so einige Häutungen mehr durch als ihre westlichen Nachbarn. Da wundert es nicht, dass immer wieder die interessanteren Phänomene in der Kunst aus dem „Osten“ kommen. Das reflektieren nicht nur die Biennalen, wie auch jetzt die Berlin Biennale wieder, sondern auch Ausstellungsprojekte vorort. [Read more]



