Drogenschmuggler mit Glamour | Mr. Nice

Eine Liebe für Bösewichte hatte das Kino schon immer, nun hat sich Regisseur Bernard Rose einem Stoff angenommen, der in diesem Zusammenhang kaum vielversprechender sein könnte. Die Rede ist dabei von „Mr. Nice“, dem wohl berühmtesten Drogenschmuggler aller Zeiten, Howard Marks, und dessen gleichnamiger Bestseller-Autobiografie. Am 23. Juni kommt nun das Ergebnis mit Rhys Ifans, [...]
Behind the Scenes | The Bang Bang Club
Fotos sind der Köder eines jeden Printmediums. Sie verleihen einer Story ihr Gesicht und lassen den Leser in Sekundenschnelle darüber entscheiden, ob er einem Artikel seine Aufmerksamkeit schenkt oder lieber weiterblättert. Die richtige Geschichte auf dem Titel steigert die Auflage, die richtigen Bilder machen sie zum Skandal. Für ein Blatt mindestens genauso wichtig wie sauber [...]
Der neue Malick | Tree of Life

Darf man über einen, wie immer gespannt und sehnsüchtig erwarteten, Terrence-Malick-Streifen ohne voll des Lobes schreiben? Jenem Regisseur, dessen stetes Ziel es ist, DEN perfekten Film zu drehen; der sich dementsprechend Zeit nimmt, so dass er in 40 Jahren bislang auch nur eine Handvoll Filme vollendet hat. Man muss! Und es ist dennoch eine heikle [...]
Zwei in Eins | Klitschko

Große Filme über das Boxen gibt es viele: „Ali“, „Fight Club“, „When We Were Kings“, zuletzt „The Fighter“. Nicht zu vergessen natürlich die gesamte „Rocky“-Reihe! Alle setzen sie auf die sprichwörtliche Schlagkraft der männlichsten aller Sportarten – mitleidlose Fäuste, schweißgebadete Muskelberge, klaffende Platzwunden, blutige Lippen, echte Kerle. Nur wenige Streifen schauen hinter die stahlharte Fassade [...]
Alejandro, Ale-Ale-Jandro | Jodorowsky bei KW
„Die meisten Regisseure machen Filme mit ihren Augen. Ich mache Filme mit meinen Eiern.“ Sagte Alejandro Jodorowsky, chilenischer Filmemacher. Mit den Eiern scheint nicht mehr so viel her zu sein, denn seine letzte Regiearbeit liegt schon mehr als 20 Jahre zurück, in letzter Zeit ist er nämlich mehr als Comiczeichner und Autor kunsttherapeutischer Bücher in [...]
Filming Robert

Nein, Robert Mapplethorpe ist kein Filmemacher. C/O Berlin hat also nicht die geheimen Archive des Robert M. entdeckt. Und trotzdem gibt es ab Ende März eine Filmreihe im Postfuhramt, die das Werk des Fotografen beleuchtet, der eben auch großen Einfluss auf den Film hatte. Isaac Julien, „Looking for Langston: Film Noir Angels“ © Sunil Gupta [...]
Eine andere Revolution

Wenn man sich den Trailer von „Wer wenn nicht wir“ anschaut, muss man denken, dass es nun einen weiteren Film über den deutschen Terrorismus der späten 1960er/frühen 1970er Jahre gibt, mit all den bekannten Ereignissen, der Wut, dem Aufruf zur Gewalt und dem unvermeidlichen Scheitern von Baader-Meinhoff. Doch ein solcher Film liefe nicht auf der [...]
Filmförderung für Afrika | WCF

In Europa und besonders in Deutschland gibt es eine sehr ausgeprägte Filmförderung. Doch wie sieht es anderswo in der Welt aus? Woher nimmt ein Filmemacher aus Zentralafrika oder dem nahen Osten Geld für seine Produktion? 2004 wurde zur Förderung des Kinos in global benachteiligten Regionen der World Cinema Fund (WCF) eingerichtet. Auf der Berlinale wurde [...]
The Future | Zerbrechlich wie das Leben

Miranda July ist die spannendste Frau, die mir bisher auf der Berlinale begegnet ist. Nicht nur auf der Berlinale. Sie hat ein blasses, schmales Gesicht und wirkt zerbrechlich, dabei schön wie Porzellan. „My lady, like a teacup on the counter frail, pleasing everyone”, heißt es in einem Song von Iron & Wine, bei dem ich [...]
Ein Tag in Tschernobyl

„Es ist ein ganz normaler Samstag”, sagen die Funktionäre, als sie bereits wissen, dass der Reaktor explodiert ist. Ein Samstag, an dem keiner darüber beunruhigt sein sollte, vielleicht verstrahlt zu werden. Vor allem nicht die Sovietführung in Moskau. Regisseur Alexander Mindadzes „V Subbotu“ („Innocent Saturday“) hatte im Wettbewerbsprogramm der Berlinale gestern seine Premiere. Der Film [...]
3D | Ein neues Kino

Der dritte Wettbewerbstag war den 3D-Filmen gewidmet: Den Auftakt machte der Animationsfilm „Les contes de la nuit“, gefolgt von Wim Wenders’ viel antizipierten Tanzfilm „PINA“, der sich mit seiner ganzen Seele der großen Vision der Choreographin Pina Bausch verschrieben hat. Ein Vergleich dieser beiden Produktionen soll deutlich machen, wie es um die (zu recht?) gehypte [...]
Ohne Machete durch den Dschungel

Einer der wenigen Filme, die die Berlinale zeigt, obwohl sie bereits beim Sundance Festival liefen, ist Kevin Macdonalds „Life in a day“. Das mag vielleicht damit zusammenhängen, dass man in Berlin gerne zukunftsweisend denkt und offen ist für neue Technologien und Medien, immer auf der Suche nach bahnbrechenden aktuellen erzählerischen Formaten des Kinos. „Life in [...]
Margin Call | Traum oder Erwachen?

Der erste offizielle Wettbewerbsfilm, der auf der Berlinale gezeigt wurde, war bereits ein Paukenschlag. JC Chandors „Margin Call“ ist ein Film über den Meltdown des Finanzsystems vor zweieinhalb Jahren, der es in beeindruckender Weise schafft, ein Ereignis von hoher Komplexität mit ausgeklügelten Erzähltechniken des Films zu vermitteln. War es ein Traum oder eher das böse [...]
El Premio | Der Wind Argentiniens

Auch der zweite Wettbewerbsfilm „El Premio“, der auf der Berlinale seine Weltpremiere feiert, erfüllt die höchsten Erwartungen. Es ist der erste Spielfilm für Paula Markovitch als Regisseurin. Der Film ist ein sehr persönlicher und autobiografischer geworden. Er spielt San Clemente del Tuyú, einer Kleinstadt an der Ostküste Argentiniens, unweit von Buenos Aires. Dorthin kam Markovitch [...]
Eröffnungsgala | True Grit

Es ist das Medienspektakel der beginnenden Berlinale: Ethan und Joel Coen, zwei der derzeit erfolgreichsten Regisseure weltweit, stellen bei der Eröffnungsgala ihren Film „True Grit“ vor, der nicht nur eine ganze Plethora von bitter-ironischen Sprüchen für die Performance des „Dude“ Jeff Bridges bereithält; er hat außerdem in seinem Herzen ein Mädchen von zarten 14 Jahren, [...]
Das Schwurgericht der Berlinale 2011

Dafür, dass von den 16 im Wettbewerb laufenden Filmen auch die gefunden werden, welche den Goldenen oder einen der vielen Silbernen Bären verdienen, ist auf der Berlinale eine betont internationale Jury zuständig. Angeführt wird sie diesmal von Isabella Rossellini, Tochter von Roberto Rossellini und Ingrid Bergman und Nachtclubsängerin in David Lynchs „Blue Velvet“. Sie hat [...]
Berlinale | Einundsechzig

Am Donnerstag beginnen die 61. Internationalen Filmfestspiele Berlin. Das Jahr nach dem großen runden Geburtstag der Berlinale 2010 soll ein ruhiges werden. Einen Riesenauflauf der Megastars wird es so wenig geben wie Filme, die der normale Kinogänger allein wegen der Besetzung sehen möchte. Festivaldirektor Dieter Kosslick freut sich schalkhaft wie üblich, dass es dieses Jahr [...]
DVD: „Moon“ | Verlosung

Sam Bell ist ganz allein, auf dem Mond. Er überwacht den Abbau von Helium-3, dem wahrscheinlich einzigen Rohstoff, der die Erde aus der Energiekrise retten kann. Abgestumpft und fast mechanisch erledigt er seine täglichen Aufgaben, geistig schon fast wieder auf der Erde, zu der er in zwei Wochen zurückdarf. Dann läuft sein Dreijahresvertrag mit der [...]
Sinnliche Magie | Tom Ford ist zurück

Niemand außer Tom Ford ist wohl im Stande, dass bestgehütetste Modegeheimnis der Saison für fast vier Monate unter Verschluss zu halten und es dann der ganzen Welt als Neujahrsgeschenk zu präsentieren: Sechs Jahre nach seinem Weggang bei Gucci präsentierte er vor etwa 100 geladenen Gästen im September zur New York Fashion Week die Frauenkollektion seines [...]
Eselshaut im Fernsehen

Heute Abend könnt ihr euch einfach entspannt zurücklehnen, die Füße in den warmen Puschen hochlegen und am besten noch schnell einen heißen Tee mit auf die Couch nehmen, wenn es zur besten Sendezeit heißt: Fairy Tale Time! Ungemütliche Temperaturen im Außenbereich und verlockende Festessensreste im Kühlschrank macht sich Arte zu Gute und sendet ein Kultmärchen, [...]
Une affaire d’État

Ende der Siebziger, Anfang der Achtziger war Frankreich korrupt und düster. Jedenfalls im Film. Einsame Männer jagten sich durch die Wohnungen der Bourgeoisie, die Wohnmaschinen der Banlieu und die International-Style-Neubauten der Innenstadt. Der Staat der Post-Nouvelle-Vague war seelenlos, durchtrieben.
Ulrik’s World | Ein Mann von Welt

Es ist nicht gerade das Norwegen der Fjorde, majestätischen Landschaften und gutverdienenden Ingenieure, das Hans Petter Moland in seinem Film „Ein Mann von Welt“ präsentiert. Eher die Kehrseite. Ulrik war lange im Knast und steht nun, in Freiheit, vor der Frage, ob er in sein altes Leben als Krimineller zurückkehrt oder auf die ehrliche Seite [...]



