Berlinale | 40 zum ersten
Februar 16, 2010

Genau wie Greenberg, der von Ben Stiller so wunderbar verkörperte Held des gleichnamigen Wettbewerbbeitrags von Noah Baumbach ist Nénette, die Heldin von Nicolas Philiberts gleichnamigen Forumsbeitrag 40 Jahre altgeworden. Allerdings ist das für sie schon ein biblisches Alter, denn viel älter kann ein Orang Utan nicht werden. 70 Minuten lang zeigt Philibert Nénette und einige ihrer Artgenossen. Gefilmt durch die Scheibe ihres Geheges im Pariser Jardin des Plantes. Die Kamera und die Zuschauer sehen sie aus der gleichen Perspektive wie die Zoobesucher, deren Kommentare um Gespräche mit Tierpflegern und lustigen Diskursen des Naturforschers Buffon ergänzt, aus dem Off zu hören sind. [Read more]
Berlinale | „Amphetamine“ von Scud
Februar 16, 2010

Amphetamin kann einen auch am Ende eines langen Berlinale-Tages wieder auf Fahrt bringen, also nichts wie rein in die gleichnamige Premiere des Panoramabeitrags Hong Kongs. Wie oft bei diesen Screenings war der Regisseur, Scud, mit seinem ganzen Team anwesend. Als er vor dem Film bekannt gab, man habe eine Geschenk für alle Zuschauer vorbeireitet, denn es sei der zweite Tag des chinesischen Neujahrfestes und er wünsche allen ein „healthy and wealthy year of the tiger“, entstand erst mal derbe gute Laune im Saal. Außerdem durchbrach er das übliche höfliche Vorgeplänkel auf das sympathischste in Richtung Pathos, indem er behauptete, dass dies für ihn und sein Team der wichtigste Tag ihres Lebens sei. [Read more]
Mod Fuck Explosion & Scumrock | Cineramarock
Februar 16, 2010

Der Amerikaner Jon Moritsugu dreht Low-Budget-Filme mit Schauspielern ohne Talent, unpeinlich, punk, lustig und kritisch zugleich. Das Cineramarock im White Trash Fast Food zeigt „Mod Fuck Explosion“ und „Scumrock“ im englischen Original – Rock n’ Roll für die Augen.
20:30h: Mod Fuck Explosion
22h: Scumrock
Cineramarock im
White Trash Fast Food
Schönhauser Allee 6/7
10119 Berlin-Mitte
Berlinale | Banksy
Februar 15, 2010

Gestern hatte im Wettbewerb der Berlinale (außer Konkurrenz) Banksys „world’s first street art desaster movie“ Premiere. Schon bei der Pressevorführung war das Interesse rege. Viele dieser Screenings, die in einem der größten Kinos am Potsdamer Platz stattfinden sind gut gefüllt bis voll, aber vor „Exit Through the Gift Shop“ füllten sich mehrere Etagen des Cinemaxx mit Presseleuten. Das wäre uns ein Foto wert gewesen, aber dafür hätten wir leider unsere hervorragende Position innerhalb des allgemeinen Gerangels aufgeben müssen und somit riskiert, nicht in den Film zu kommen. Eine kurzfristig anberaumte zusätzliche Vorführung war dann übrigens in wenigen Minuten ebenfalls völlig überfüllt. [Read more]
Die zwei Leben des Daniel Shore
Februar 12, 2010

Langsame Kameraführung über eine mediterrane Terrasse in dämmrig gelb-blauem Licht, symmetrisch angeordnete Blumenkübel, ein Pool. Der näher kommende Ton wird mehrstimmig und dröhnend. Die Kamera stoppt über einem kleinen Jungen, der ausgestreckt auf den Fliesen liegt, mit dem dunklen Schopf in einer Blutlache. [Read more]
Berlinale | „Word Is Out“
Februar 12, 2010

Noch zwei Mal ist der Dokumentarfilm-Klassiker „Word Is Out: Stories of Some of Our Lives“ auf der Berlinale zu sehen, der 1977, d.h. ein Jahr bevor Harvey Milk erschossen wurde, Premiere hatte und an dem Epstein, als einer von sechs damals noch völlig unbekannten Filmemachern des Kollektivs Mariposa Film Group beteiligt war. „Word Is Out“ zeigt mosaikartig zusammengesetzte Interviews mit 26 Schwulen und Lesben die von ihrem Coming-out erzählen, der Unterdrückung und Diskriminierung, dem (meist) schwierigen Weg, sich zur eigenen Sexualität zu bekennen, der Liebe und dem ihrem Verlust und auch der Identitätsstiftung durch Homosexualität. [Read more]
Berlinale | „Howl“
Februar 12, 2010

Der Prozess der 1957 um Allen Ginsbergs Meisterwerk „Howl“ geführt wurde, gilt heute als eine der Geburtsstunden der Gegenkultur. Vor Gericht stand nicht Ginsberg selber, sondern dessen Verleger Laurence Ferlinghetti, der das Gedicht seinem Verlag City Lights Books in einer Auflage von 520 Exemplaren veröffentlicht hat. Aber der Film „Howl“ stellt die Sache aus gutem Grund so dar, als ob das Gedicht selber angeklagt sei. Robert Epstein und Jeffrey Friedman nähern sich diesem Ereignis auf verschiedenen Ebenen. Ein Strang besteht aus fiktiven Interviews mit Ginsberg, der überzeugend von James Franco verkörpert wird, ein weiterer Strang ist gewissermaßen die übliche Biopic-Ebene, auf der Szenen aus Ginsbergs Leben nachgespielt werden. Der wichtigste Strang ist die Verhandlung selbst und Howl inszeniert diese Gerichtsverhandlung so zwingend und swingend, wie eine klassische Be-Bop-Hymne und verhandelt dabei locker, unterhaltsam und spannend Fragen vom Wesen der Literatur, künstlerischer und persönlicher Freiheit und „Race, Class and Gender“. [Read more]
Berlinale | Eröffnung, die 60.
Februar 12, 2010

Gestern wurde mit Wang Quan’an eindringlichem Drama „Tuan Yuan“ die 60. Berlinale eröffnet. Der Eröffnungsfilm wird im Wettbewerb gezeigt, dem Teil des Festivals, dem die größte mediale Aufmerksamkeit gewiss ist. Der Wettbewerb ist sozusagen die „Königsdisziplin“ – mit ihm steht und fällt die Bedeutung des Festivals, egal wie wichtig das Festival als Filmmesse, als Markt, als Event, Publikumsmagnet oder kulinarischer Kirmes auch sein mag. [Read more]
Berlinale | Die Sechzigste
Februar 3, 2010

Alle Jahre wieder staksen, stöckeln und schlittern internationale Film-Celebrities durch die Berliner Eisglätte, um erst auf dem roten Teppich wieder Halt zu finden. Wenn Sie denn kommen, und nicht nur die B-bis-G-Prominenz… Aber das soll nicht Dieter Kosslicks Hauptsorge sein, [Read more]
Filmische Unstimmigkeiten | William E. Jones
Januar 26, 2010

Für Fans von Video Art und Filmkunst jenseits des Kinoformats geht kein Weg an der Galerie VW (Veneklasen/Werner) vorbei. Dort zeigt William E. Jones sein Projekt „Discrepancy“. Jeweils neuneinhalb Minuten lang sind die sechs bisher vollendeten Videos aus dieser potenziell unendlichen Serie. [Read more]



